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Helene Wessel, Helene Weber, Frieda Nadig und Elisabeth Selbert (v. li.) waren die einzigen weiblichen Mitglieder des Parlamentarischen Rates. Foto: Stiftung Haus der Geschichte/Erna Wagner-Hehmke

Vier Frauen waren 1949 im Parlamentarischen Rat wesentlich daran beteiligt, dass die Gleichstellung der Geschlechter mit dem Satz "Männer und Frauen sind gleichberechtigt" ins Grundgesetz aufgenommen wurde. Das Bauernblatt blickt anlässlich des 110. Internationalen Frauentages zurück und erinnert an ihr Wirken.

Ihr Schaffen für Wiederaufbau und Neubeginn sicherte den Trümmerfrauen einen Platz im kollektiven Gedächtnis und in der Geschichtsschreibung. Nahezu vergessen sind hingegen vier Frauen, die nach Ende des Zweiten Weltkrieges rechtliche und ideologische Hürden aus dem Weg räumten. Hauptsächlich der Juristin Dr. Elisabeth Selbert ist der Artikel 3, Absatz 2 des Grundgesetzes zu verdanken: "Männer und Frauen sind gleichberechtigt." Bis es so weit kam, bedurfte es eines hartnäckigen Kampfes, den die Politikerin aus Kassel zunächst unerschrocken allein führen musste.

Vier aktive Frauen

Auf Weisung der drei Westmächte, gewählt von den Landtagen, kommen in Bonn im September 1948 erstmals 65 Mitglieder (plus fünf nicht stimmberechtigte Mitglieder aus Berlin) im Parlamentarischen Rat zusammen. Ihr Ziel: ein Grundgesetz für die Westzonen auszuarbeiten. Unter ihnen befinden sich vier Frauen, die schon vor dem Krieg politisch aktiv waren: Elisabeth Selbert (SPD), Frieda Nadig (SPD), Helene Weber (CDU) und Helene Wessel (Zentrum). Konrad Adenauer (CDU) wird Präsident des Parlamentarischen Rates, Carlo Schmid (SPD) übernimmt den Vorsitz im Hauptausschuss. Dort wird über Grundsatzfragen beraten, zu denen nach Überzeugung von Elisabeth Selbert die gesetzliche Verankerung der Gleichberechtigung von Mann und Frau gehört.

Aber die schlichte und eindeutige Formulierung "Männer und Frauen sind gleichberechtigt", die die SPD als Vorschlag in die Gesetzesvorlage einbringt, findet überraschend keine Mehrheit. Stattdessen einigen sich die Ausschussmitglieder auf den Satz: "Männer und Frauen haben die gleichen staatsbürgerlichen Rechte und Pflichten." Im Klartext: Frauen sollen – wie schon in der Weimarer Republik – das aktive und passive Wahlrecht erhalten. Doch daraus würde sich kein individuell durchsetzbares Grundrecht auf Gleichberechtigung ergeben.

 

Den vollständigen Beitrag finden Sie in der Bauernblattausgabe 9/2021 unter der Rubrik "Land & Leute" und im digitalen Bauernblatt.

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