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Ein Frachter der Hamburger Reederei Kess passiert die Hochbrücke bei Rendsburg. Doch oft wartet man vergeblich auf große Schiffe: Wegen der Corona-Krise ist der Verkehr im Jubiläumsjahr auf dem Kanal heftig eingebrochen. Billiger Schiffsdiesel tut ein Übriges. Reeder fordern eine Senkung der Gebühren. Foto: Tonio Keller

Die große Feier war schon vorbereitet, doch dann kam Corona. Der offizielle Festakt des Bundesverkehrsministeriums zum 125-jährigen Bestehen des Nord-Ostsee-Kanals musste verschoben werden. Nunmehr lautet das Motto: "125 Jahre plus eins". Nächstes Jahr im Juni ist es dann hoffentlich so weit. Dabei aber bleibt es: Am 20. Juni 1895 wurde der meistbefahrene Seekanal der Welt eröffnet.

Was seine Erbauer in der Planungsphase "nur mit Vertrauen auf die deutsche Baukunst zu hoffen gewagt" hatten, wie es in einer Mitteilung des Ministeriums für öffentliche Arbeiten vom 22. Juni 1895 heißt, war vollendet. "Eines der größten Bauwerke aller Zeiten" geschaffen zu haben, das "Deutschland zur Ehre und zum Nutzen in Krieg und Frieden gereiche", durfte sie nun "mit Stolz und Freude erfüllen".

Lange genug hatten Kaufleute und Reeder, Wasserbauingenieure und Politiker auf diesen Tag gewartet. Schon seit dem 16. Jahrhundert hatten weitsichtige Männer immer wieder Pläne präsentiert, die die zeitaufwendige und gefährliche Schiffspassage durch den Skagerrak – die Meerenge zwischen Dänemark, Schweden und Norwegen – verkürzen und Nord- und Ostsee durch einen Kanal einander näherbringen sollten. Doch die Zeit war dafür noch nicht reif. Erst mit dem Bau des 1784 eröffneten Schleswig-Holsteinischen beziehungweise Eider-Canals erfüllten sich die Wünsche nach einer ersten bedeutenden Wasserverbindung der beiden Meere.

Doch mit dem Wachsen der Schiffstonnage und dem schnellen Vordringen der Dampfschifffahrt waren der hauptsächlich Frachtenseglern vorbehaltene Schleswig-Holsteinische Kanal mit den sechs Schleusen zwischen Kiel und Rendsburg und der dann zur Nordsee hin stark gewundene Eiderlauf nicht mehr zeitgemäß.

Vor allem die kaiserliche Marine konnte im Zeichen der machtpolitischen Rivalitäten und des deutsch-britischen Flottenrüstens mit den gegebenen Verhältnissen nicht mehr leben. Kaiser Wilhelm I. und sein Kanzler Otto von Bismarck waren zu der Überzeugung gelangt, der britischen Vormachtstellung mit einer starken Flotte begegnen zu müssen. Mit dem Bau des neuen Seekanals, so Bismarck, sei die Präsenz der deutschen Flotte jederzeit in beiden Meeren gewährleistet.

Den kompletten Beitrag finden Sie in der Bauernblattausgabe 25/2020 unter der Rubrik "Land & Leute" und im digitalen Bauernblatt.

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