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"Trauen Sie sich, Beratungsangebote wie das Sorgentelefon zu nutzen", appelliert Dr. Jan Menkhaus, der hauptamtlich das landwirtschaftliche Sorgentelefon des Kirchlichen Dienstes in der Arbeitswelt der Nordkirche betreut. Foto: pixabay

Seit 25 Jahren ist das landwirtschaftliche Sorgentelefon des Kirchlichen Dienstes in der Arbeitswelt (KDA) der Nordkirche für Landwirte und ihre Familien da. Es wird hauptamtlich von Dr. Jan Menkhaus betreut. Hier informiert er über das Hilfsangebot.

"Wenn es abends auf den Höfen still wird, wenn alles zur Ruhe kommt oder wenn Menschen für eine Weile allein zu Hause sind, ist das meist der Moment, in dem sie zum Hörer greifen und die Nummer des Sorgentelefons wählen", weiß Jan Menkhaus. Am anderen Ende der Leitung ist dann einer der sechs ehrenamtlichen Beraterinnen und Berater für die Anrufer da. Mit einem offenen Ohr und einem offenen Herzen hören sie aufmerksam zu, stehen bei und machen Mut. Die vier Frauen und zwei Männer sind für die Beratung ausgebildet und haben selbst einen landwirtschaftlichen Hintergrund. Sie wissen oft aus eigenem Erleben um die Konflikte, die in der Familie und auf dem Hof entstehen können.

"So vielfältig wie die Landwirtschaft, so vielfältig sind auch die Probleme auf den Betrieben. Die Anrufenden können sich ihre Sorgen und Nöte von der Seele reden und ihre Gedanken ordnen. Allein das bedeutet für viele schon eine große Entlastung", beobachtet Menkhaus. Ehe- und Familienprobleme, Generationskonflikte, psychische Erkrankungen oder die Themen Hofnachfolge und Betriebsaufgabe sind die häufigsten Gründe, sich an das Sorgentelefon zu wenden. Telefonisch oder über Mail ist es rund um die Uhr erreichbar. Alles, was Betroffene dort zur Sprache bringen, wird selbstverständlich vertraulich behandelt.

Zunächst empfängt ein Anrufbeantworter die Hilfesuchenden. "Wir rufen innerhalb eines Tages zurück, wenn eine Telefonnummer hinterlassen wird und eine Uhrzeit, zu der sie gut erreichbar sind. Nennen die Anrufer kurz den Grund ihres Anrufs, können wir schon im Vorfeld schauen, welches Teammitglied der geeignetste Ansprechpartner wäre", erklärt der Fachreferent. Im Einzelfall sei es ebenfalls möglich, dass ein Berater oder eine Beraterin für ein Familiengespräch auf den Hof oder an einen neutralen Ort komme.

Das Sorgentelefon sieht sich nicht als Konkurrenz zu anderen Hilfsangeboten, sondern will niedrigschwellig eine erste Anlaufstelle für diejenigen sein, die sich noch scheuen, in eine Beratungsstelle zu gehen. "Unsere Mitarbeiter vermitteln bei Bedarf an Einrichtungen wie Lebensberatungsstellen oder die sozio­ökonomische Beratung der Landwirtschaftskammer weiter", betont Menkhaus.

Zudem ist das Sorgentelefon seit 2015 bei einem Bündnis für Landwirte in besonderen Lebenslagen mit von der Partie. Landwirtschaftsministerium, Bauernverband, Landwirtschaftskammer, LandFrauenverband, Sozialversicherung und der Bundesverband Deutscher Milchviehhalter ziehen hier mit der Nordkirche an einem Strang, um die psychosoziale Betreuung für Landwirte und ihre Familien zu verbessern (Infos unter bauern.sh).

Jan Menkhaus appelliert an Betroffene, sich rechtzeitig Hilfe zu suchen, bevor nichts mehr geht. "Trauen Sie sich, Beratungsangebote wie das Sorgentelefon zu nutzen!"

Die Kontaktdaten verschiedener Ansprechpartner finden Sie in der Bauernblattausgabe 18/2020 unter der Rubrik "Land & Leute" und im digitalen Bauernblatt.

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