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Wenn eine Landwirtsehe auseinanderbricht, steht auch die finanzielle Zukunft des Betriebes auf dem Prüfstand. Fotos: Landpixel/Imago, Collage: Dierk Paasch

Bei der Scheidung eines Landwirtsehepaares kann vom Ergebnis der damit verbundenen Auseinandersetzung das Schicksal des Hofes abhängen. Gut, wenn man schon in guten Zeiten dazu Vorkehrungen getroffen hat. Ein Landwirt berichtet dem Bauernblatt von seinen Erfahrungen.

Es ist schon rund zehn Jahre her, dass Werner Hofmann (Name geändert) geschieden ist, und so kann er mit Abstand auf die Zeit zurückblicken. Die Kinder waren da schon erwachsen. "Meine Frau und ich stellten fest, dass wir uns auseinandergelebt hatten, und wir wollten nicht in diesem Zustand weiter nebeneinander herleben", sagt der Altbauer. Das sei kein Einzelfall, auch unter Berufskollegen.

Hofmann hat heute eine neue Lebenspartnerin, der Sohn führt den Familienbetrieb weiter. Die Tochter hat eine Abfindung bekommen, die geschiedene Ehefrau ebenfalls, sie erhält zusätzlich eine monatliche Vergütung aus dem Gewinn des landwirtschaftlichen Betriebes- es besteht ein rechtlicher Anspruch auf den durchschnittlichen Zugewinn der vergangenen drei Jahre. Das alles war im Rahmen der Scheidung mit allen Beteiligten ausgehandelt worden, "und das war eine langwierige Sache, die sich über ein paar Jahre hinzog", berichtet der Altbauer.

Als Hofmann vor Jahrzehnten heiratete, als er selbst den Betrieb von seinem Vater übernahm, da habe man über solche Dinge nicht nachgedacht. "Wir hätten einen Ehevertrag abschließen sollen, aber das war damals nicht üblich", sagt er. "Ohne Ehevertrag steht die künftige Versorgung der Landwirtsfrau meist auf tönernen Füßen, und dann wird häufig die Flucht in eine weitere unglückliche gemeinsame Zukunft angetreten." Natürlich könne das auch umgekehrt gelten, wenn es der Mann ist, der in den Hof einheiratet, "aber der hat früher in der Regel die Betriebsleitung übernommen und sich vorher die Zahlen genau angeschaut". Von Frauen wurde das nicht erwartet, ja oft gar nicht gewollt. "Da war das kein Thema."

Deshalb war Hofmann wichtig, dass bei seiner Scheidung alle Zahlen für alle auf den Tisch kamen, damit Klarheit und Transparenz herrschten. Es wurde ein Gutachter bestellt, der die Ertragsfähigkeit des Hofes einschätzte, "damit alle Seiten sehen, wie das von außen von fachlicher Seite gesehen wird". Außerdem wurden Beratung beim Kreisbauernverband und Mediation in Anspruch genommen. Schließlich konnte man sich gütlich einigen, aber "das war ein Prozess", blickt Hofmann zurück: "Jeder musste ein Stück weit zurückstehen und einen Kompromiss eingehen, damit am Ende alle damit gut leben können."

Den kompletten Beitrag finden Sie in der Bauernblattausgabe 48/2020 unter der Rubrik "Land & Leute" und im digitalen Bauernblatt.

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