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Hans Jürgensen hat sich mit 90 Jahren aufgerafft und für die Famiie Holz gespalten. Foto: Claudia Jürgensen

Aus der Not eine Tugend machen – oder wie man mit der Pandemie umgehen kann: Diese kleine Geschichte schickte Claudia Jürgensen vom Charlottenhof in Friedrichs­au, Ortsteil von Jübek im Kreis Schleswig-Flensburg: Ihr 90-jähriger Schwiegervater Hans Friedrichsen krempelte noch einmal die Ärmel hoch und spaltete 27 Kubikmeter Holz für die Familie.

Hans Jürgensen feierte Anfang März – noch vor den Corona-Beschränkungen – mit Freunden und Familie seinen 90. Geburtstag. Vor 27 Jahren hat er den landwirtschaftlichen Betrieb seinem Sohn Olaf übergeben. Heute hält die Familie in GbR mit einem Kompagnon 380 melkende Kühe, betreibt auf 300 ha Futterbau und baut derzeit ein kleines Lohnunternehmen auf. Schwiegertochter Claudia Jürgensen ist Bauernblattleserinnen bekannt als stellvertretende Vorsitzende des LandFrauenverbands Schleswig-Holstein.

Auch in seinem Ruhestand war Hans Jürgensen nicht müßig und spaltete 20 Jahre lang das Feuerholz für die Familie, bis er vor zwei Jahren ankündigte, dies nicht mehr zu tun. Er fühle sich nun doch zu alt dazu. Selbstverständlich respektierte die Familie das in Dankbarkeit.

Dann kam die Corona-Krise mit den Kontaktbeschränkungen. Bislang fuhr Hans Jürgensen täglich mit seinem E-Bike ins Dorf, um sich mit seinen Kollegen zum Skatspielen zu treffen. Das ging nun nicht mehr. "Da hat er sich von seinem Glaubenssatz verabschiedet, zu alt zu sein, und sich kurzherhand dazu entschieden, seine Zeit doch wieder dem Feuerholz zu widmen", erzählt Claudia Jürgensen.

"Seit dem 15. März stand er jeden Tag unermüdlich am Holzspalter, so, wie es seine Lust und sein Körper gerade zuließen – mal für eine halbe Stunde, mal zwei Stunden am Stück. Mein Mann Olaf hatte seine Not damit, das gespaltene Holz mit der Schubkarre wegzuschaffen. Das haben wir meinem Schwiegervater denn doch nicht zugemutet."

Die Arbeit ist inzwischen erledigt. "Wir sind gespannt, was er sich jetzt vornimmt!"

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