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Die Holzarbeiten sind getan. Die Steinzeitgruppe ist stolz auf den fertiggestellten Rahmen des Bootes. Foto: Tonio Keller

Bis vor etwa 30 Jahren haben die Inuit, die indigenen Bewohner der Arktisregion, mit Rohhaut bespannte Boote gebaut und für den Walfang eingesetzt. Im Steinzeitpark Dithmarschen in Albersdorf wird jetzt solch ein Boot nachgebaut. Denn Projektleiter Werner Pfeifer vermutet aufgrund von Felszeichnungen, dass auch die Steinzeitmenschen schon solche Boote verwendet haben.

"Die Bootsform entspricht Felsritzungen aus der Steinzeit, die man in Skandinavien gefunden hat", weiß Werner Pfeifer. Natürlich liefern diese Zeichnungen keinen Größenmaßstab, "aber es wurden auch Leute eingeritzt, manchmal drei oder vier, aber auch bis zu 30 Personen", sodass man schon eine Ahnung von den Größenverhältnissen haben könne. Pfeifer vermutet, dass dies solche Rohhautboote waren.

Denn es kommt ein weiterer Umstand dazu: "In Schleswig-Holstein und auf Jütland hat man Feuerstein gefunden, der vor 4.000 bis 5.000 Jahren bearbeitetet wurde, der nur auf Helgoland vorkommt. Irgendwie muss der übers Meer transportiert wurden sein." Archäologisch kennt man aus dieser Zeit nur Einbäume, und die sind nicht hochseetauglich. "Mit denen kann man nicht über die Nordsee paddeln." Die Rohhautboote der Inuit im 20. Jahrhundert sind es sehr wohl. Dass man solche Boote nicht aus der Steinzeit gefunden hat, wundert Pfeifer indes nicht: "Auch bei den Inuit wird das Bootsholz, wenn es verrottet ist, anders verwendet oder verbrannt, auch die Haut- zum Beispiel als Hundefutter. Sie haben ein Boot etwa drei Jahre genutzt, dann ein neues gebaut."

Wie die Inuit-Boote, die von ihnen Umiak genannt werden, gebaut wurden, hat Pfeifer anhand von Literatur rekonstruiert. Es gibt Bücher mit Befragungen von alten Leuten, die das noch wussten. Und nun steht bereits ein entsprechendes Gerüst auf dem Gelände des Steinzeitparks. Beteiligt am Aufbau ist eine Steinzeitgruppe, die sich seit Längerem trifft und aus zehn Teilnehmern aus ganz Deutschland und sogar der Schweiz besteht- aus interessierten "Hobbysteinzeitlern" ebenso wie Fachleuten.

Den kompletten Beitrag finden Sie in der Bauernblattausgabe 41/2020 unter der Rubrik "Land & Leute" und im digitalen Bauernblatt.

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