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Im Herzen verbunden: Die eineiigen Zwillinge Linus und Lönne wurden in der 34. Schwangerschaftswoche geboren. Linus schaffte es in die Welt, sein Bruder Lönne ist ein Sternenkind. Foto: Tanja von Rohden/hfr

Fotografin Tanja von Rohden aus Schwentinental bei Kiel hat ein ganz besonderes Ehrenamt. Sie fotografiert Sternenkinder, die im Mutterleib, bei der Geburt oder kurz nach der Geburt sterben. Auf diese Weise schenkt sie den Eltern unvergessliche Erinnerungen an ihre kleinen Engel.

Oft denkt Tanja von Rohden an ihren ersten Einsatz zurück. Er führte sie zu Noah, dem Sohn ihres Neffen, der in der 20. Schwangerschaftswoche still zur Welt kam. "Als mich am späten Abend der Anruf erreichte, packte ich sofort meine Sachen. Auf dem Weg ins Auto schlug mein Herz bis zum Hals und ich zitterte am ganzen Körper", berichtet sie. Doch je näher sie dem Krankenhaus kam, desto ruhiger wurde sie. In ihrem tiefsten Inneren reifte die Erkenntnis, dass ihre Fotos sehr wertvoll für die Eltern des Kleinen sein würden.

Während in der Klinik der Papa mit seinem klitzekleinen Sternenkind den Raum betrat, spürte Tanja von Rohden den Schmerz ihres Neffen und seiner Frau hautnah. Und dann sah sie Noah - so klein, so perfekt und wunderschön. In der kurzen Zeit nach der Geburt, die die Familie zu dritt erleben durfte, war sie mit der Kamera einfühlsam und würdevoll dabei. "Wir hatten nur wenige Stunden, in denen wir Bilder für die Ewigkeit machen konnten", meint sie nachdenklich. Durch ihre Fotos einen Beweis dafür zu haben, dass Noah wirklich da war, war für seine Eltern enorm wichtig. Die Bilder halfen nach dem schmerzlichen Abschied bei der Trauerbewältigung und als emotionale Stütze gegen verblassende Erinnerungen, wie sie in einem späteren Brief der beiden erfuhr. Nach diesem ersten Einsatz stand für die heute 49-Jährige fest, dass die Aufgabe, Eltern von Sternenkindern Erinnerungsbilder zu schenken, genau die richtige für sie ist. "Seitdem durfte ich schon viele liebe Eltern begleiten. Noah, mein erstes Sternenkind, ist dabei in Gedanken immer bei mir."

Danach gefragt, wie sie überhaupt zum Fotografieren gekommen ist, merkt Tanja von Rohden an, dass sie zunächst 25 Jahre als Bankangestellte beruflich tätig war, und das sehr gern. Doch die Fotografie faszinierte sie in ihrer Freizeit seit jeher. "Als ich mit 15 Jahren ein Mofa von meinem Vater geschenkt bekam, tauschte ich es nach acht Wochen gegen eine Kamera ein", erzählt sie. Dass sie eine leidenschaftliche und tolle Fotografin ist, sprach sich schließlich in ihrem Freundes- und Bekanntenkreis herum. Im Jahr 2012 kam die Anfrage, ob sie nicht im örtlichen Kindergarten Aufnahmen der Lütten machen könnte. Das bereitete ihr viel Freude, und so entdeckte sie die Kinder- und Babyfotografie für sich.

Wohlüberlegtes Ehrenamt

2013 schloss sie sich einem bundesweit tätigen Netzwerk von ehrenamtlichen Sternenkindfotografen an. Mit einigen Kolleginnen und Kollegen aus diesem Netzwerk gründete sie im Herbst dieses Jahres den Verein SternenkindFotografie. "Natürlich hatte ich mir vorher sorgfältig überlegt, ob ich dieser Aufgabe gewachsen sein würde, ob ich sie tragen und aushalten kann. Aber ich hatte schon meine geliebte kleine Nichte, die im Alter von nur acht Monaten am plötzlichen Kindstod starb, im Arm gehalten und wusste intuitiv, dass ich es schaffen werde." Im Frühjahr 2018 ging Tanja von Rohden einen Schritt weiter und folgte ihrem Herzen. Sie gab den Beruf als Bankangestellte auf, richtete sich ein Atelier ein und startete als Fotografin in die Selbstständigkeit. Ihren Schwerpunkt fand sie in der Fotografie von Neugeborenen, Familien und Kindern.

 

Den vollständigen Beitrag lesen Sie in der Bauernblattausgabe 46/2021 unter der Rubrik "Land & Leute" und im digitalen Bauernblatt.

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