Zur Navigation springen Zum Inhalt springen

Trockenübung: Sönke Greve demonstriert einen möglichen Einsatz gegen ein Wespennest. Er kann es mit einem Kontaktinsektizid bekämpfen oder die ganze Kolonie umsiedeln. Foto: Silke Bromm-Krieger

Ob Bettwanzen, Ratten oder Schaben – Sönke Greve aus Barkelsby im Kreis Rendsburg-Eckernförde begegnet Nagetieren und Insekten nicht mit Graus und Ekel, sondern Interesse. Bereits in dritter Generation führt er einen Fachbetrieb für Schädlingsbekämpfung.

Freitagnachmittag, Sönke Greve streift sich Schutzhandschuhe über, um eine Rattenköderstation für ihren Einsatz vorzubereiten. Er legt eine blaue Köderpaste hinein, hängt einen Spieß mit einem weiteren Formköder darüber und fügt zwei Pappblättchen hinzu. "Die sollen verhindern, dass auch andere Tiere zu den Ködern gelangen können", meint er und verschließt die Box aus Metall. Nun platziert er sie draußen an einer Holzwand und achtet darauf, dass Ein- und Ausgang leicht zugänglich sind. "Die Ratte wird durch den Duft in die Köderstation gelockt, frisst vom Köder und läuft wieder hinaus. Nach einiger Zeit wird sie schmerzlos verenden", erklärt er und bringt noch einen Warnhinweis an. Danach demonstriert er anschaulich, wie er gegen ein Wespennest an einem Gebäude vorgehen würde. "Bei solch einer Aktion wurde ich schon einmal total zerstochen. Das ist halt Berufsrisiko", sagt er trocken und schlüpft schnell wieder aus der zuvor angelegten Schutzmontur.

Wie alles begann

Nach dem Zweiten Weltkrieg zog sein Großvater Helmut noch mit einer Pflanzenschutzspritze auf einem Pferdewagen durchs Land. In den überfüllten Flüchtlingsunterkünften rückte der Desinfektor Flöhen, Läusen und Bettwanzen zu Leibe. Auf den Kartoffelfeldern machte er den Kartoffelkäfern den Garaus und sicherte so die Ernte für die Hunger leidende Bevölkerung. "Mein Opa legte damals den Grundstein für unseren Familienbetrieb. Im Jahr 1978 übernahm mein Vater Kurt das Geschäft und gab es 1999 an mich weiter", erzählt der Vater einer Tochter.

Pulverspritze ist out

Ob er schon immer Schädlingsbekämpfer werden wollte? Er schmunzelt und verrät, dass er zunächst den Beruf des Kfz-Mechanikers erlernte. Danach hatte er eigentlich vor, Umwelttechnik an einer Fachhochschule zu studieren. "Bis dahin musste ich aber zwei Wartesemester überbrücken. Also fing ich bei meinem Vater im Betrieb an", schaut der 50-Jährige zurück. Die Arbeit gefiel ihm dort so gut, dass er blieb und IHK-geprüfter Schädlingsbekämpfer und Desinfektor wurde. Wobei er betont, dass die moderne Schädlingsbekämpfung mit der einstigen Tätigkeit seines Großvaters nichts mehr gemein hat. "Längst sind die Zeiten vorbei, in denen der Kammerjäger mit der Pulverspritze auf Ungezieferjagd ging."

Den kompletten Beitrag finden Sie in der Bauernblattausgabe 36/2020 unter der Rubrik "Land & Leute" und im digitalen Bauernblatt.

nach oben