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Möbel und Malerei von Wenzel Hablik: Auch von seinen Reisen habe der Künstler sich inspirieren lassen, erklärt Museumsleiterin Katharina Gräber. Foto: Silvie Domann

Es ist Zeit, mal wieder Kultur zu tanken, der letzte Museumsbesuch ist viele Monate her. Ein Blick ins Internet zeigt, dass einige Museen noch bis nach den Sommerferien geschlossen haben. Das Wenzel-Hablik-Museum in Itzehoe gehört nicht dazu. Das Motto der Jubiläumsausstellung "Glashäuser, Luftgebäude und Sternengrüße – Utopien des Bauens" hört sich vielversprechend an. Also auf nach Itzehoe!

Wenzel Hablik war ein deutscher Grafiker, Kunsthandwerker und Maler. Er wurde am 4. August 1881 in Brüx in Böhmen geboren und starb am 23. März 1934 in Itzehoe. Sein Lebenslauf ist beeindruckend. Bereits als Volksschüler absolviert er eine Tischlerlehre bei seinem Vater, arbeitet als Porzellanmaler, dann als Zeichner bei einem Geometer. 1898 studiert er an der Fachschule für Tonindustrie und verwandte Gewerbe in Teplitz-Schönau, dem heutigen Teplice in Tschechien. Vier Jahre später schließt sich ein Studium an der Wiener Kunstgewerbeschule an.

Kein Wunder also, dass seine Werke so vielschichtig sind: filigrane Tuscheskizzen, großformatige Ölgemälde, dazu vielerlei Gebrauchsgegenstände wie Möbel, Tapeten, Stoffe, Besteck, Lampen, Tierplastiken und Dosen. "Habliks Werke sind lebens- und alltagsnah, da findet man schnell einen Zugang", sagt Museumsleiterin Katharina Gräber. Seit 1995 gibt es das Wenzel-Hablik-Museum, das seinen Platz in einem alten Kaufmannshaus in der Reichenstraße gefunden hat. Zehn Jahre zuvor hatten die Töchter Susanne und Sibylle die Werke ihres Vaters in eine Stiftung gegeben.

In der Fachwelt gilt Hablik als Visionär, hat er sich doch bereits vor über 100 Jahren mit dem Wohnen in der Zukunft beschäftigt. Damals noch reine Utopie, erscheinen die Entwürfe heute nicht mehr so realitätsfern. Nur am Boden zu leben, erschien dem Künstler nicht richtig. Warum nicht Häuser in Felsen bauen oder gar die Luft besiedeln? Die Natur lieferte ihm Inspiration dazu, vor allem die Bergwelt, das Meer und das Reich der Kristalle.

So zeigen Tuschezeichnungen um 1900 ein Bergmassiv mit Türen und Fenstern, einen Turm aus kristallinen Elementen oder einen fliegenden Brummkreisel, der an die Weltraumstationen in Science-Fiction-Serien erinnert. "Hablik hat sich als expressionistischen Architekten gesehen, er wollte für die Zukunft bereit sein", erläutert Gräber – für die Zeit, wenn die Bautechnik so weit fortgeschritten wäre, dass seine Entwürfe problemlos umzusetzen wären.

Den kompletten Beitrag finden Sie in der Bauernblattausgabe 31/2020 unter der Rubrik "Land & Leute" und im digitalen Bauernblatt.

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