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Museumsleiter Alexander Eggert (li.) kann viel vom Apfelexperten Dr. Klaus-Jürgen Paulsen lernen. Foto: Christiane Herrmann

,Maren Nissen' und ,Rosa Claussen' sind die Leidenschaft von Dr. Klaus-Jürgen Paulsen. Es waren wahrscheinlich mal Damen, die diese Namen trugen, doch sie haben sie an Apfelbäume "verliehen". Diese und viele andere Apfelsorten sind es, nach denen Paulsen sich leidenschaftlich gerne umschaut. Der Physik- und Mathematiklehrer im Ruhestand sucht, pflegt und beschreibt Apfelbäume alter Sorten, verschiedenster Formen und Geschmacksrichtungen. Vor allem aber gibt er sein Wissen gerne weiter.

Gleich neben dem Landwirtschaftsmuseum in Meldorf befindet sich ein verwunschener Apfelgarten. Rot, gelb und gefleckt, gesprenkelt oder einfarbig leuchtet es jetzt im Herbst zwischen den Blättern. Verschlungene Pfade führen zu den Bäumen mit den paradiesischen Früchten. "Dies hier ist zum Beispiel ein ,Dithmarscher Paradiesapfel'", zeigt Paulsen. Bei jeder Sorte kann er erklären, wo er den Ursprungsbaum gefunden hat und wie er die Bäume, die hier stehen, veredelte, bis sie diese wunderbaren Äpfel tragen. Hier stehen Sorten, die sich so nur noch sehr selten in den Gärten des Landes finden lassen.

"Früher wurden ganz andere Anforderungen an die Apfelsorten gestellt. Zum Beispiel wurden Obstsorten bevorzugt, die sich lange lagern ließen. Man hatte keine Kühlhäuser. Die Äpfel, die heute für den Markt angebaut werden, entsprechen eher einem Massengeschmack. Die Äpfel in diesem Apfelgarten haben dagegen alle ein ganz eigenes, individuelles Aroma."

Noch gibt es sie, die alten Apfelsorten, doch nur was man kennt, das erkennt man auch wieder. Auf vielen Höfen stehen die Bäume unbeachtet in alten Gärten oder auf den Knicks. "Ein Effekt der Pandemie ist, dass die Menschen sich wieder mehr auf ihren eigenen Garten konzentrieren und dabei auch die Obstbäume wieder neu entdecken", meint Museumsleiter Alexander Eggert. So wächst auch wieder das Interesse an den alten Obstsorten. Üblicherweise finden im Schleswig-Holsteinischen Landwirtschaftsmuseum alle zwei Jahre Apfeltage statt. Dort können Interessierte auch ihre eigenen Äpfel bestimmen lassen, um herauszufinden, welchen vielleicht fast vergessenen Apfelschatz sie in ihrem Garten oder auf ihrem Knick beherbergen.

Die Apfeltage mussten im vergangenen Jahr leider ausfallen und finden so erst im kommenden Jahr wieder statt. Um den Besuchern trotzdem die Möglichkeit zu geben, alte Apfelsorten neu zu entdecken, eröffnete am 14. September eine Ausstellung mit naturnahen Wachsmodellen fast vergessener Äpfel. Diese historischen Obstmodelle stammen aus dem Bestand der ehemaligen Landwirtschaftsschule in Heide und sind zwischen Ende des 19. und Anfang des 20. Jahrhunderts erstellt worden. Noch heute erscheinen die Wachsäpfel, die Eggert vorsichtig aus dem Papier schält, wie frisch gepflückt.

 

Den vollständigen Beitrag lesen Sie in der Bauernblattausgabe 37/2021 unter der Rubrik "Land & Leute" und im digitalen Bauernblatt.

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