Zur Navigation springen Zum Inhalt springen

Für Frauenmantel sind die Tropfen an den Blatträndern ausgesprochen typisch. Foto: Anke Brosius

Wie durchsichtige Perlen glänzen die Tröpfchen an den Blättern in der Morgensonne. Wenn sich im Sommer morgens an den Pflanzen kleine Wassertropfen zeigen, obwohl es in der Nacht nicht geregnet hat, ist das nicht unbedingt Tau. Tröpfchenbildung insbesondere an den Blatträndern deutet auf ein anderes Phänomen hin, bei dem Pflanzen aktiv Flüssigkeit ausscheiden – in der Fachsprache Guttation genannt.

Im Prinzip handelt es sich bei der Guttation um eine Form des Transpirierens, ähnlich wie wir Menschen (und manche Tiere) beim Schwitzen Wasser abgeben. Allerdings dient die Absonderung von Flüssigkeit bei den Pflanzen nicht der Kühlung durch Verdunstungskälte, sondern ermöglicht den Wassernachschub.

Damit Pflanzen wachsen können, benötigen sie unter anderem Nährstoffe und Wasser. Das Wasser erhält nicht nur den Zelldruck und somit die Stabilität krautiger Pflanzen(-teile) aufrecht, sondern dient auch als Trägerstoff und Transportmittel für die Nährstoffe, die aus dem Boden aufgenommen werden. Normalerweise nehmen Pflanzen kontinuierlich Wasser (und darin gelöste Nährstoffe) über die Wurzeln auf und geben gleichzeitig über die Spaltöffnungen und außen liegenden Zellen der Blätter Wasserdampf ab (Verdunstung oder Transpiration).

Durch die Verdunstung entsteht ein Unterdruck und in dessen Folge ein beständiger Sog, durch den Wasser aus dem Boden über die Leitungsbahnen in die Pflanze angesaugt und "hochgepumpt" wird. Im Ergebnis bildet sich in jeder Leitungsbahn so eine durchgängige Flüssigkeitssäule, die entsprechend dem Maß an Verdunstung und Wasseraufnahme durch die Wurzeln beständig in Bewegung ist und so die von der Pflanze benötigten Stoffe dorthin bringt, wo sie gebraucht werden, ähnlich dem in unseren Adern zirkulierenden Blut.

Die Wasserabgabe durch die Spaltöffnungen funktioniert aber nur, solange die umgebende Luft zusätzliche Feuchtigkeit aufnehmen kann. Durch die Luftbewegung wird normalerweise die feuchtigkeitsgesättigte Luft von den Blättern weg und trockenere Luft an die Pflanze herangeführt. Wenn aber infolge von Windstille und sinkenden (Nacht-)Temperaturen die Luftfeuchtigkeit sehr hoch wird, schlägt sich nicht nur die überschüssige Luftfeuchte als Tau nieder, auch die Transpiration kommt zum Erliegen.

 

Den vollständigen Beitrag lesen Sie in der Bauernblattausgabe 32/2021 unter der Rubrik "Garten" und im digitalen Bauernblatt.

nach oben