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Süßkartoffeln gelangten noch vor der Kartoffel nach Europa. Foto: Anke Brosius

In den Tropen und Subtropen gehören Süßkartoffeln (Bataten) zu den wichtigsten Nahrungspflanzen. Bei uns entwickeln sie sich aufgrund ihrer vielen gesunden Inhaltsstoffe, ihrer ansprechenden Farbe und ihres süßen Geschmacks gerade zum "Superfood"-Trendgemüse. Obwohl Süßkartoffeln ursprünglich in wärmeren Gefilden zu Hause sind, ist es auch möglich, sie in unseren Breiten zu kultivieren, wenn man passende Sorten wählt und das richtige Zeitfenster für den Anbau nutzt, denn das tropische Knollengemüse wächst erst in der zweiten Jahreshälfte.

Mit dem Nachtschattengewächs Kartoffel sind Süßkartoffeln nicht näher verwandt, sie gehören zu den Windengewächsen (Convolvulaceae). Tatsächlich ähneln sowohl die herzförmigen Blätter als auch die weiß-violetten, trichterförmigen Blüten denen von Trichterwinden und Ackerwinden. Zum Blühen kommen Süßkartoffeln bei uns allerdings meist nur spärlich. Wie die meisten Windengewächse sind auch Süßkartoffeln Rankpflanzen, die auf dem Boden oder an einer Kletterhilfe meterlange Triebe bilden. Von einer Mutterknolle ausgehend bilden sich im Spätsommer ähnlich wie bei Kartoffeln an den Sprosswurzeln spindelförmige Tochterknollen, die meist etwa 10 bis 20 cm, zuweilen auch bis zu 30 cm lang werden. Das Farbspektrum ist bei Süßkartoffeln sehr vielfältig. Es gibt Sorten mit weißem, gelbem, orangefarbenem und violettem Fruchtfleisch, die Farbe der Schale kann rosarot, purpurfarben, weißlich oder hellbraun sein.

Die ursprüngliche Kartoffel

Der Name "Batate", der auch im botanischen Namen Ipomoea batata anklingt, ist die ursprüngliche südamerikanische Bezeichnung des Knollengemüses. In den äquatornahen Gebieten Mittel- und Südamerikas, vermutlich vom heutigen Peru ausgehend, wurde die Süßkartoffel irgendwann in vorkolumbianischer Zeit in Kultur genommen. Noch vor der Kartoffel gelangte die Batate bereits im 16. Jahrhundert nach Europa. Die Bezeichnung "patata", die heute sowohl im Spanischen wie auch im Italienischen die Kartoffel meint, bezog sich zuerst, wie auch das englische "potato", auf die Süßkartoffel und wurde später auf die erst im 17. Jahrhundert in Europa eingeführte Kartoffel übertragen.

Weltweit sind Bataten heute nach Kartoffeln und Maniok die drittwichtigste Knollenfrucht und werden in Lateinamerika, Asien und Afrika in allen tropischen und subtropischen Gebieten kultiviert. Während der Süßkartoffelanbau in Südeuropa ebenfalls bereits recht häufig ist, ist er bei uns noch im Erprobungsstadium. Aufgrund guter Erfolge und seiner zunehmenden Beliebtheit hat das Gemüse aber wohl auch nördlich der Alpen nicht nur hinsichtlich des Klimawandels Perspektive.

 

Den vollständigen Beitrag finden Sie in der Bauernblattausgabe 23/2021 unter der Rubrik "Garten" und im digitalen Bauernblatt.

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