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Auch in der kalten Jahreszeit ist Wässern wichtig. Hochgefrorene Stauden sind wieder anzudrücken. Foto: Georg Henkel

In schleswig-holsteinischen Haus- und Bauerngärten ist grundsätzlich nicht mit großen Schneemassen zu rechnen. Dies liegt daran, dass das Wasser der Nord- und Ostsee lange als Wärmespeicher fungiert und das "Land zwischen den Meeren" warm hält. Abgebrochene Äste durch Schnee sind also nicht zu beklagen, aber es ist auch nicht ganz unproblematisch, wenn der Boden ohne Schneeauflage gefriert.

Meteorologen sprechen dann von Kahlfrösten. Ohne den isolierenden Schnee kann der Frost viel rascher und tiefer in den Boden eindringen. Schäden an den Pflanzen sind meist nicht auf fehlende Frosthärte zurückzuführen. Viele Pflanzen in den Gärten produzieren ihr eigenes "Frostschutzmittel". Sie reduzieren den Wassergehalt des Zellsaftes auf etwa 40 %, wodurch sich der Anteil der gelösten Kohlenhydrate im Zellsaft erhöht und weniger Wasser verdunstet.

Zeigen sich im Frühjahr braune Triebe oder die gesamten Pflanzen sterben ab, sind die Pflanzen im Winter in der Regel nicht erfroren, sondern verdurstet. Gefährdet sind besonders die immergrünen Pflanzen von Nadel- und Laubgehölzen. Sie verdunsten auch im Winter regelmäßig Wasser. Wenn der Boden in tieferen Schichten gefroren ist, können die Wurzeln kein Wasser aufnehmen. Die Blätter oder Nadeln geben jedoch weiterhin Wasser ab, sodass die Pflanzen regelrecht vertrocknen. Hinzu kommt noch, dass durch das Gefrieren des Wassers der Boden sich ausdehnt und Feinwurzeln abreißen. Auch wenn die Nachbarn verwundert schauen, ist es wichtig, in Tauperioden gefährdete Pflanzen zu wässern. Wo kein Wasser zur Verfügung steht, können Wärmeschutzvliese oder Abdeckungen mit Fichtenreisig vor der sogenannten Frosttrocknis schützen.

Auch im vorigen Herbst gepflanzte Stauden werden bei Kahlfrösten aus dem Boden gehoben. Die Wurzelhälse liegen dann frei, und die Stauden vertrocknen leicht. Das Staudenbeet ist deshalb zu kontrollieren und angehobene Pflanzen sind fest anzudrücken.

Positiv an den winterlichen Frostperioden ist, dass der Hobbygärtner sich zu Hause entspannt zurücklehnen kann. Gleichzeitig wird das Kältebedürfnis vieler Pflanzen im Außenbereich befriedigt. Hat der Gartenfreund den Gemüsegarten Ende der vergangenen Saison umgegraben, sorgt der Frost für eine gute Lockerung des Bodens. Erfahrungsgemäß reduziert der Frost auch die geschützt abgelegten Eier der Schnecken.

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