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Die Mairübensorte 'Goldball' bleibt etwas kleiner als 'Schneeball'. Foto: Karin Stern

Mairüben zeichnen sich durch schnelles Wachstum und Anspruchslosigkeit aus. Die tischtennis- bis tennisballgroßen Rüben mit dem leichten Retticharoma werden aufgrund der kurzen Kulturdauer meist als Vorfrucht im Frühjahr angebaut. Auch der Anbau im Herbst als Nachkultur lohnt sich. Das leckere Gemüse schmeckt frisch oder gedünstet.

Der optimale Standort liegt in voller Sonne auf nährstoff- und humusreichem sowie ausreichend feuchtem und durchlässigem Gartenboden. Frische, organische Düngung wird ebenso wie saurer Boden nicht vertragen. Der pH-Wert sollte nicht unter 6,5 liegen. Die Aussaat erfolgt im Freiland, Frühbeet oder Gewächshaus im März/April in Reihen mit 20 cm Abstand. In der Reihe sind die Mairüben später auf etwa 10 cm Abstand zu vereinzeln. So bleibt der einzelnen Rübe ausreichend Platz für die Entwicklung. Die Pflegearbeiten beschränken sich auf regelmäßiges Hacken und Gießen bei länger anhaltender Trockenheit, da die Pflanzen ansonsten schnell in die Blüte gehen. Sechs bis acht Wochen nach der Aussaat sind die Rüben erntereif. Je nach Sorte zeigen sie eine weiße, gelbe oder vio­lette Schale und einen Durchmesser von 4 bis 6 cm. Das Fruchtfleisch ist weiß bis cremegelb gefärbt. Die Ernte erfolgt je nach Aussaattermin und Witterung ab Anfang Mai. Eine zügige Verarbeitung ist empfehlenswert, denn an heißen Juni­tagen platzen die Rüben schnell auf und werden zudem holzig. Für die laufende, frische Verarbeitung ist die Aussaat in Sätzen mit zehn Tagen Abstand ratsam.

Ab Anfang August empfiehlt sich die Aussaat für die Herbsternte. Sie erfolgt ganz nach Bedarf ohne Zeitdruck. Bei kühler Witterung stellen die Rüben das Wachstum ein, sodass die Gefahr des Aufplatzens nicht mehr besteht. Dank der kurzen Kulturdauer treten kaum Probleme mit Krankheiten oder Schädlingen auf. Erdflöhe können bei trockenem Wetter unangenehm auffallen. Es zeigen sich dann große Löcher in den Blättern. Manchmal kommt es auch zu einem Befall mit der Kohlfliege, deren Made sich durch die Rübe frisst. Wer das Problem von Radieschen kennt, hält den Schädling am besten mit einem Gemüseschutznetz fern. Eine Anbaupause von drei bis vier Jahren mit anderen Vertretern aus der Kreuzblütlerfamilie ist empfehlenswert. Mairüben eignen sich nicht für den Sommeranbau. Die Hitze und die Helligkeit der langen Tage verursachen einen unangenehm strengen Geschmack.

Neben den Rüben lassen sich auch die Blätter der Pflanzen wie Stielmus oder Spinat verarbeiten. Jedoch ist das Blattwerk voll ausgereifter Mairüben nicht mehr so zart. Wer nur die Blätter ernten möchte, sät daher einfach enger aus, sodass sich nur kleine Rüben, dafür jedoch viel Blattmasse entwickelt. Die jungen Blätter schmecken am besten, wenn sie etwa 15 cm hoch gewachsen sind. Alternativ bietet sich die Aussaat von Stielmus an. Die Sorte 'Namenia' punktet mit vielen zarten Blättern und nur minimal entwickelten Rübchen. Mairüben zählen neben Teltower Rübchen, Herbstrüben und Stielmus zu den verschiedenen Formen der Speiserübe.

Sortentipps:

'Primera': schnell wachsend, rotköpfig mit weißem Fleisch, zart

'Market Express': reinweiße Rübe, zart und mild, Rüben 5 bis 6 cm dick

'Schneeball': kugelrunde, weiße Rüben, würziger Geschmack, ertragreich und schnell wachsend

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