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Gerade die Sukkulenten, wie die Kakteen, sind oft sehr gut durch ihre Dornen gegen Tierfraß gewappnet. Foto: Hans-Dieter Reinke

Jeder Gartenbesitzer und Zimmerpflanzenfreund kennt die Wehrhaftigkeit von Pflanzen. Neben fiesen Stacheln, Dornen, dichten Behaarungen und verhärteten Pflanzengeweben sind es vor allem die unterschiedlichen Pflanzeninhaltsstoffe, die für den Menschen Gifte, aber auch Nahrungs- und Heilstoffe sein können. Für die Pflanze aber besitzen diese sekundären Pflanzenstoffe oft die Aufgabe, sich dadurch giftig, ungenießbar oder zumindest wenig schmackhaft für wichtige Pflanzenfresser zu machen. Diese sogenannten Phytophagen sind im Tierreich sehr zahlreich vertreten.

Pflanzen scheinen möglichen Fressfeinden, wie hungrigen Großsäugern, Kaninchen, aber auch Blattläusen, Schmetterlingsraupen oder Heuschrecken hilflos ausgeliefert zu sein, zumal sie auch keinerlei Fluchtmöglichkeiten haben. Dem ist aber mitnichten so und die Pflanzen haben ganz unterschiedliche Methoden entwickelt, um die mögliche Zahl ihrer tierischen Fressfeinde auf ein erträgliches Maß zu reduzieren.

Am auffälligsten sind die zahlreichen mechanischen Waffen der Pflanzen. Wer hat nicht schon einmal schmerzhafte Bekanntschaft mit Distel, Weißdorn, Schlehe, Stechpalme oder Rose gemacht? Besonders Pflanzen typischer Trockengebiete haben derartigen Schutz gegen Tierfraß entwickelt. Bei den allseitig mit abweisenden Spitzen versehenen Kakteen, die in Amerika beheimatet sind, aber vielfach den Weg auf unsere Fensterbänke gefunden haben, sind die Blätter der Pflanzen zu Dornen umgewandelt.

Der Botaniker unterscheidet von den Dornen die Pflanzenstacheln. Erstere stellen als Blatt- oder Sprossdornen stets Umwandlungen von Pflanzenorganen dar und sind oft verholzt und reich an Festigungsgewebe. Stacheln hingegen sind Bildungen der äußeren Schicht der Rinde und lassen sich dementsprechend leicht ablösen. Das Sprichwort "Keine Rose ohne Dornen" müsste folglich botanisch korrekt heißen "Keine Rose ohne Stacheln", da die wehrhaften Spitzen der Rosen Bildungen der äußeren Epidermisschichten darstellen.

So erfolgreich und appetitverderbend diese Verteidigungsanlagen für viele Pflanzen fressende Säugetiere sind, so wenig beeindrucken sie andere Tiergruppen mit einem ausgeprägten kulinarischen Interesse für Pflanzen, allen voran die Insekten. Doch auch in diesen Fällen haben sich die Pflanzen etwas zur Abwehr einfallen lassen. Neben Verholzungen stellen Behaarungen der Blatt- und Spross­oberflächen vielfach einen wirksamen Schutz gegen Pflanzen verzehrende Insekten dar, wenngleich solche Behaarungen bisweilen auch andere Funktionen wie Temperaturregulation oder Strahlungsschutz haben können.

 

Den vollständigen Beitrag lesen Sie in der Bauernblattausgabe 47/2021 unter der Rubrik "Garten" und im digitalen Bauernblatt.

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