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Um Magnolienzweige schon im Dezember zum Blühen zu bringen, braucht es etwas Glück und Fingerspitzengefühl. Foto: Anke Brosius

Am Barbaratag, dem 4. Dezember, werden nach altem Brauch Zweige geschnitten, damit sie in der Blumenvase zu Weihnachten blühen. Dabei sind Kirschzweige als Barbarazweige am beliebtesten, aber auch viele andere Obst- wie Ziergehölze eignen sich zum Antreiben.

Der christlichen Überlieferung nach blieb ein Kirschzweig am Kleid der heiligen Barbara hängen, als die Märtyrerin in den Kerker gebracht wurde. Dort stellte sie den abgebrochenen Zweig in ihren Wasserkrug und er erblühte am Tag ihres Todesurteils. Entsprechend soll das Aufblühen am Barbaratag geschnittener Zweige zu Weihnachten, drei Wochen später, Segen und Glück verheißen. Darüber hinaus bringen blühende Zweige mitten in der dunklen und kalten Jahreszeit aber auch einfach Vorfrühlingsstimmung, Helligkeit und Leichtigkeit in die Wohnung.

Grundsätzlich eignen sich als Barbarazweige alle Laubgehölze, bei denen die Blüten vor den Blättern erscheinen. Darunter sind viele Steinobstgehölze, neben der beliebten Kirsche etwa auch (Blut-)Pflaume, Aprikose und Pfirsich sowie die früh blühenden Wildfruchtsträucher Schlehe und Kornelkirsche. Grundsätzlich lassen sich auch Apfel- und Birnenzweige in der Vase zum Blühen bringen. Weil Kernobst vor dem Austreiben aber eine größere Kältesumme braucht, funktioniert das so früh im Winter nur gut, wenn der November schon richtig frostig war. Kam der Winter bis zum Barbaratag noch nicht so recht in Fahrt, kann man sich auch mit dem Trick behelfen, die Zweige nach dem Schneiden ein bis zwei Tage in die Gefriertruhe zu legen. Bei sehr mildem Herbst, wie er im Zuge des Klimawandels ja immer häufiger wird, empfiehlt sich diese Hilfestellung auch bei anderen Arten.

Ziersträucher, mit denen die Treiberei gut gelingt, sind beispielsweise Forsythie und Blutjohannisbeere. Etwas herausfordernder, prinzipiell aber möglich, ist es, Flieder, Magnolie oder Rosskastanie in der Vase zum Blühen zu bringen. Frühe Winterblüher wie Winterjasmin und Winterschneeball lassen sich zwar eigentlich gut antreiben, dabei braucht es aber etwas Fingerspitzengefühl, damit sie nicht zu früh aufblühen. Hier sollte man mit Wärme eher geizen, die Zweige anfangs kühl stellen und erst direkt vor Weihnachten in die warme Stube holen.

Den kompletten Beitrag finden Sie in der Bauernblattausgabe 48/2020 unter der Rubrik "Garten" und im digitalen Bauernblatt.

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