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Im Zentrum des Bibelgartens am Probstenhaus befindet sich ein Findlingsbrunnen. Foto: Hans-Dieter Reinke

Auf dem Holm vor Schleswig liegt das St. Johanniskloster, eine der am besten erhaltenen Klosteranlagen in Schleswig-Holstein. Das 1994 dort eingerichtete Nord­elbische Bibelzentrum betreibt einen 2.000 m² großen Bibelgarten, in dem wichtige in der Heiligen Schrift erwähnte Pflanzen wachsen. Hinzu kommt ein Skulpturenpark mit Tieren der Bibel, Propheten und in ­Bodensteinplatten eingravierten Bibel­sprüchen.

Durch ein helles Holztor gelangt man in den ersten geschlossenen Teil des Bibelgartens am Kloster, der durch die Wege in der Form eines Kreuzes angelegt ist, wie es für mittelalterliche Klostergärten üblich war. Im Zentrum befindet sich ein Findlingsbrunnen, der an die biblische Geschichte erinnert, wie Mose auf Geheiß Gottes mit seinem Stab Wasser für das durstige Volk Israel aus dem Felsen schlägt. An der Hauswand des anliegenden Probstenhauses, in dem das Nord­elbische Bibelzentrum seinen Sitz hat, wächst Wein, der nicht nur eine der ältesten Kulturpflanzen des Menschen ist, sondern auch vielfach in der Bibel Erwähnung findet. Ebenso rankt hier an der Mauer eine bekannte Symbolpflanze der jüdisch-christlichen Tradition, die Passionsblume (Maracuja). Sie symbolisiert das Leiden Christi, wobei die drei Griffel die Nägel darstellen, mit denen Jesus gekreuzigt wurde, die fünf Staubblätter stehen für die fünf Wunden Jesu, die bunten Kronblätter ähneln der Dornenkrone und die Deckblätter symbolisieren die Jünger, die bei der Kreuzigung dabei waren.

In den Beeten finden sich diverse weitere Bibelpflanzen, die jeweils mit Schildern versehen sind. Ebenso wie zu den Skulpturen liegt auch zu den Pflanzen der Bibel ein Ansichtsheft mit Erläuterungen aus. Viele der alten Kulturpflanzen finden in der Bibel Erwähnung und sind ausgestellt. Dazu gehören beispielsweise ein Mandelbaum, verschiedene Getreidesorten wie Hirse, Gerste und Weizen, Flachs, Linse, Papyrus, Olive, Feige, Puffbohne, Granatapfel und Zitrone. Hinzu kommen wichtige Kräuter und Gewürze wie der Ysop, Minze, Senf, Kümmel und Dill. Wichtige Duftpflanzen waren in früheren Zeiten Weihrauch und ­Myrrhe, die zusammen mit Gold die drei Kostbarkeiten der Weisen aus dem Morgenland darstellten, die dem Jesuskind als Geschenk dargebracht wurden. Myr­rhe wird aus dem Harz des gleichnamigen Strauches gewonnen und Weihrauch war nicht nur ein Tempelschatz, sondern auch wichtiger Bestandteil des Räucherwerkes. Er wird aus den Blättern oder dem ausgeschiedenen Harz des Weihrauchstrauches gewonnen. Im Bibelgarten ist das Weihrauchkraut ausgestellt, das im Duft Ähnlichkeit mit dem echten Weihrauch besitzt.

Den kompletten Beitrag finden Sie in der Bauernblattausgabe 51/2019 unter der Rubrik "Garten" und im digitalen Bauernblatt.

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