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Bunte Bohnenvielfalt: 'Blauhilde' (hinten), 'Bunte Hartschielen' (li.), 'Neckarkönigin' (r.) Foto: Anke Brosius

Die aus Mittelamerika stammenden Gartenbohnen (Phaseolus vulgaris) kennen wir in Europa erst seit kolumbianischer Zeit, zuvor gab es hier nur die unempfindlichen Puffbohnen (Vicia faba). Einmal eingeführt, faszinierten die vielfältigen Farben und Formen der Bohnensamen. In der Folge entstand in Europa eine große Anzahl unterschiedlicher Regionalsorten, die aufgrund ihrer besonderen Färbung oder Kocheigenschaften weitervermehrt wurden.

Bohnen sind eigentlich Zweinutzungspflanzen. Dass bei uns heute hauptsächlich die unreifen Hülsen als Gemüse - "grüne Bohnen" - gegessen werden, ist eine ziemlich neue Entwicklung. Früher waren reife Bohnensamen, die viel Protein enthalten, ein wichtiger und regelmäßiger Bestandteil des Speiseplans. Erst als in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts immer mehr Fleisch auf den Tisch kam, wurden Hülsenfrüchte als "Armeleuteessen" verpönt. Heutzutage wird im Zuge einer pflanzenbetonteren Ernährungsform ihr Wert für die menschliche Ernährung wieder zunehmend geschätzt.

Die ursprüngliche Gartenbohne war rankend beziehungsweise windend und hatte Hülsen mit Fäden. Buschbohnen (Phaseolus vulgaris var. nanus) entstanden erst durch Züchtung aus der Stangenbohne. Fadenlose Züchtungen ("Brechbohnen") setzten sich analog zur Vorliebe für grünes Bohnengemüse erst seit den 1950er Jahren durch. Fädige Sorten ("Schnippelbohnen") machen in der Küche mehr Arbeit und werden heute vor allem von Liebhabern aufgrund ihres kräftigeren Aromas bevorzugt. Besonders zarte Hülsen haben die zierlichen Filetbohnen, bei denen manche Sorten nur winzig kleine Samen ausbilden.

"Grüne" Bohnen sind auch nicht immer grün. Es gibt gelbe Sorten (Wachsbohnen) und blauviolette, die sich beim Kochen dunkelgrün färben. Die Samen können weiß, rosa, gelb, braun, schwarz, einfarbig, marmoriert oder gesprenkelt sein. Bei Trockenbohnensorten, deren Samen weiß-rot gemustert sind (Borlotti-Typ), weisen oft auch die grünen Hülsen rote Streifen auf.

Buschbohnen zeichnen sich häufig durch besonders feine und zarte Hülsen aus. Eine bewährte Sorte mit grünen, runden, fadenlosen Hülsen, die sich auch für etwas rauere Lagen eignet, ist ,Saxa'. Die runden Hülsen von ,Purple Teepee' sind blauviolett gefärbt. 'Pfälzer Juni' ist eine sehr früh reifende Regionalsorte mit breiten, flachen Hülsen, die als Nachkultur noch bis Anfang August gesät werden kann. Zu den aromatischen Sorten mit Fäden gehört die robuste ,Ostfriesische Speck', die traditionell für Speckbohnen verwendet wird.

Speziell für Bohnensalat werden die gelben Wachsbohnen gerne angebaut, sie verlangen allerdings gute Klima- und Bodenbedingungen. Bewährt ist die 'Beste von Allen', eine rundhülsige Sorte aus Nordamerika für warme und trockene Lagen. Als wüchsig und ertragreich gilt auch die 'Wachs Rheinland', eine alte rheinische Salatbohne mit Fäden.

Den kompletten Beitrag finden Sie in der Bauernblattausgabe 17/2020 unter der Rubrik "Garten" und im digitalen Bauernblatt.

 

 

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