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Zwischen 2019 und 2020 ist die Zahl der Biogasanlagen in Deutschland nach Angaben des FvB um lediglich 97 Betriebsstätten gestiegen. Foto: Imago

Der Ausbau der deutschen Biogaserzeugung ist arg ins Stocken ge­raten. Wie der Fachverband Bio­gas (FvB) vergangene Woche in Berlin berichtete, ist die Zahl der Biogasanlagen in Deutsch­ land zwischen 2019 und 2020 lediglich um 97 auf 9.632 Betriebs­stätten gestiegen. Die installierte Leistung erhöhte sich im gleichen Zeitraum um 376 MW auf 5.666 MW. Der Verband stellte aber klar, dass lediglich 3.793 MW "arbeitsrelevant" seien, was einen Rückgang um 1 MW gegenüber 2019 bedeute.

FvB-Präsident Horst Seide wies bei der Vorstellung der Zahlen darauf hin, dass der Zubau an flexibler Leistung mit 381 MW vergleichsweise hoch ausgefallen sei. Für ihn ist das ein Beleg dafür, dass den Betreibern die Bedeutung von Biogas als speicherbarer Regenerativer Energie für das Gelingen der Energiewende bewusst sei. Deshalb würden viele Anlagen entsprechend umgebaut.

Seide konstatierte gleichwohl, dass 2020 in Summe nicht mehr Biogasstrom ins Netz eingespeist worden sei als im Vorjahr. Für das laufende Jahr prognostiziert sein Verband sogar einen leichten Rückgang. Dafür verantwortlich sind nach Angaben des FvB-Präsidenten Investitionshemmnisse wie die "Südquote" oder die endogene Mengensteuerung in den Ausschreibungen, die de facto für einen Abfall der Stromproduktion sorge. Diese Hemmnisse müssten daher von einer neuen Bundesregierung unverzüglich beseitigt werden, fordert Seide.

Der FvB geht davon aus, dass sich der Nettozubau neuer Biogasanlagen 2021 auf etwa 60 Anlagen verringern wird, da aufgrund der zahlreichen und komplexen rechtlichen Anforderungen zunehmend mehr Biogasanlagen nach 20 Jahren Laufzeit mit einer Förderung gemäß dem Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) den Betrieb einstellen. Ein Zubau finde fast ausschließlich bei den Güllekleinanlagen statt, von denen 2021 voraussichtlich 93 neue Anlagen ans Netz gehen würden. Spürbar verlangsamt sich nach Schätzungen des Verbandes auch die Flexibilisierung im Bestand, die Ende des Jahres nur noch einen Leistungszubau von etwa 120 MW umfassen könnte. Für Ende 2021 prognostiziert der Verband 9.692 Biogasanlagen mit einer installierten Gesamtleistung von 5.787 MW.

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