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Anfang April feierte das Erneuerbare-Energien-Gesetz 20-jähriges Bestehen. Es ist nach wie vor unerzichtbar, bedarf aber einer weiteren Überarbeitung. Foto: imago

Anfang April feierte das Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) 20-jähriges Bestehen. Ist das ein Grund zu jubeln? Und was muss sich zwingend mit der nächsten Novelle ändern? Das und Weiteres hat das Bauernblatt den Geschäftsführer des Landesverbands Erneuerbarer Energien Schleswig-Holstein (LEE SH), Dr. Fabian Faller, gefragt.

20 Jahre EEG, gibt es Grund zu jubeln?

Dr. Fabian Faller: Dank des EEG konnten sich die Erneuerbaren Energien gegen die hoch subventionierten, konventionellen Energieformen durchsetzen. Das EEG hat auch maßgeblich dazu beigetragen, unsere Energieversorgung zu demokratisieren. Denn aus dem zentralen Energiesystem mit einem Oligopol ist ein modernes dezentrales System mit einer bürgernahen Versorgung entstanden. In Deutschland steuern die Erneuerbaren heute über 42 % zum Strommix bei. In Schleswig-Holstein liegt die Stromerzeugung aus Erneuerbaren Energien sogar bei rund 160 % des aktuellen Stromverbrauchs. Hier gibt es also bereits genügend Regenerativen Strom für neue Nutzungsformen wie die Elektromobilität oder die Erzeugung von Wasserstoff. Gleichzeitig genießen wir eine sehr hohe Versorgungssicherheit. Die Branche hat sich auch in der aktuellen Corona-Krise als Eckpfeiler der Wirtschaft in Schleswig-Holstein bewährt. Nicht nur rund 19.000 Arbeitnehmer verdienen hier ihr Geld. Durch zahlreiche Bürgerwindparks und Energiegenossenschaften profitieren auch sehr viele Bürger. Außerdem nutzen insbesondere die ländlichen Kommunen die Steuereinnahmen aus Erneuerbaren Energien für Kitas, Schulen, Feuerwehr und andere soziale Bereiche.

Ab kommendem Jahr fallen erste Windkraft-, PV- und Biogasanlagen aus der Förderung. Ist absehbar wie viel Prozent der Anlagen in Schleswig-Holstein in irgendeiner Form weiterbetrieben werden und wie viel Prozent ihren Betrieb ganz einstellen?

In Schleswig-Holstein gibt es rund 3.000 Windenergieanlagen, von denen über die Hälfte Altanlagen sind und somit ab 2021 sukzessive aus der Förderung fallen. Auch von den rund 900 Biogasanlagen sind etwa 800 bereits über zehn Jahre alt, die somit nach und nach keine Förderung mehr enthalten und damit unwirtschaftlich werden, wenn der Gesetzgeber nicht umgehend handelt. Rechnet man die vielen privaten Photovoltaikanlagen hinzu, werden bis 2030 gut 20.000 Anlagen aus der EEG-Vergütung fallen. Der Verlust dieser Anlagen wird nicht nur das Erreichen der Klimaziele erschweren beziehungsweise verhindern, sondern auch die regionale Wertschöpfung deutlich reduzieren. Das heißt, es drohen Arbeitsplatzverlust vor allem im ländlichen Raum und sinkende Steuereinnahmen der Kommunen.

Den kompletten Beitrag finden Sie in der Bauernblattausgabe 18/2020 unter der Rubrik "Erneuerbare Energien" und im digitalen Bauernblatt.

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