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Im Forschungsprojekt „Biogas autark“ stand die Perspektive einer EEG-unabhängigen Eigennutzung der Biogasenergie im Fokus. Foto: Imago

Ende dieses Jahres läuft bei den ersten nach dem EEG errichteten Biogasanlagen die 20-jährige Förderung aus. Diese Anlagen können zwar zum einen über eine EEG-Ausschreibung eine Anschlussförderung bekommen. Zum anderen sind die Vorgaben der Ausschreibung aber nicht für jede Anlage interessant und die Biogasbranche sucht ohnehin nach Wegen einer vom EEG unabhängigen Biogasproduktion. Eine mögliche Zukunftsperspektive ist hier die Eigennutzung der von der Biogasanlage produzierten Energie im landwirtschaftlichen Betrieb. Im Rahmen des dreijährigen Projekts "Biogas Autark" haben Wissenschaftler des Instituts für Zukunfts-Energie und Stoffstromsysteme (IZES) Saarbrücken und der Stuttgarter Universität Hohenheim untersucht, ob diese Perspektive auch eine lohnende ist.

Entscheidende Bedeutung kommt dabei schon der Definition des Autarkiebegriffes zu. "Der Grundgedanke war zuerst ein Aussiedlerhof mit Biogasanlage, der sich komplett selbst mit Strom, Wärme und gegebenenfalls Kraftstoff versorgt", sagt Dr. Joachim Pertagnol, einer der Projektleiter am IZES. Zwar könnten hierdurch Kosten des Strombezugs, wie EEG-Umlage und Netzentgelte, eingespart werden. Doch seien dafür eine physikalische Trennung des ganzen Hofs vom Stromnetz und damit der Aufbau eines Inselbetriebes erforderlich.

Bilanzielle Autarkie

"Das mag für manchen Betreiber charmant klingen, ist aber in den seltensten Fällen wirtschaftlich darstellbar", gibt er zu bedenken. Die Auslegung eines Systems, mit dem auch die letzte Kilowattstunde selbst produziert werden kann, sei unverhältnismäßig aufwendig und teuer. Anstatt einer vollständigen sei in der Regel eine "Teilautarkie" oder eine "bilanzielle Autarkie" mit Restbezug aus dem Stromnetz sinnvoller. Für die Einspeisung von Überschussstrom müssten nach derzeitigem Entwurfsstand der EEG-2021-Novelle Wege zur Direktvermarktung gesucht werden, ohne allerdings einen festen Vergütungsanspruch zu haben. Zudem müssten nach aktuellem Stand 40 % der EEG-Umlage auf den eigengenutzten Strom bezahlt werden. Nach der neuen EU-Richtlinie, die bis Mitte 2021 in nationales Recht umgewandelt sein muss, sollen aber Anlagen unter 30 kW von Umlagen, Abgaben und Gebühren befreit werden.

Prinzip Personengleichheit

Darüber hinaus ist beim Eigenverbrauch das Prinzip der Personengleichheit laut EEG 2017 (§ 3 Nummer 19) zu beachten: Stromerzeuger und -verbraucher müssen ein und dieselbe natürliche oder juristische Person sein. Da für die Biogaserzeugung oftmals eine GmbH oder GbR gegründet wurde, müssten diese Firmen wieder aufgelöst werden. "Steuerliche Vorteile fallen dann weg", sagt Pertagnol, "und das ist schon eines der K.o.-Kriterien."

Den kompletten Beitrag finden Sie in der Bauernblattausgabe 50/2020 unter der Rubrik "Erneuerbare Energien" und im digitalen Bauernblatt.

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