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Antikollisionssysteme wie das IdentiFlight seien in der Lage, das Tötungsrisiko für den Rotmilan auf ein "nicht signifikantes Maß" zu senken. Foto: Imago

Das Kompetenzzentrum Naturschutz und Energiewende (KNE) hat in der vergangenen Woche ein digitales Fachgespräch zu Antikollisionssystemen an Windenergieanlagen durchgeführt. Dabei hatten sieben Hersteller die Möglichkeit, den aktuellen Stand ihrer Erprobungen zu präsentieren.

Zu den Ergebnissen des Fachgesprächs äußerte sich Dr. Elke Bruns, Abteilungsleiterin beim KNE: "Mit IdentiFlight hat der erste Hersteller bewiesen, dass sein Antikollisionssystem eine geeignete Schutzmaßnahme darstellt, um das Tötungsrisiko für den Rotmilan auf ein nicht signifikantes Maß zu senken. Das System ist damit reif für die Praxis, doch es bleibt noch viel zu tun. Wir hoffen, dass weitere Systemanbieter schnell nachziehen und ebenfalls nachweisen können, wie sie die Senkung von Kollisionsrisiken gewährleisten."

Dr. Marc Reichenbach, geschäftsführender Gesellschafter des Unternehmens Arsu, bestätigte in seinem Gutachten: "Wir haben IdentiFlight an sechs deutschen Standorten erprobt. Für den Rotmilan konnten wir eine Erfassungsreichweite von 750 m, eine mittlere Erfassungsrate von 92 % und eine Erkennungsrate von bis zu 97,5 % nachweisen."

Positiv sei, dass Antikollisionssysteme mittlerweile auch im Süden Deutschlands getestet werden, wo die topografischen Bedingungen besonders anspruchsvoll sind, resümierte Bruns. Das KNE verfolge bereits seit seiner Gründung vor mehr als fünf Jahren das Potenzial von Kamera- und Radarsystemen zum naturverträglichen Ausbau der Windenergie und habe die Debatte durch einen regelmäßigen Fachaustausch, Publikationen und praxisorientierte Anforderungsprofile vorangebracht.

Neben der offenen Frage, wie und durch wen eine technische Zertifizierung stattfinden könnte, sollte es im nächsten Schritt nun darum gehen, eine Anerkennung von Antikollisionssystemen in den Artenschutz-Länderleitfäden zu prüfen. Im aktuellen Entwurf des sächsischen Leitfadens, der sich derzeit in der Konsultation befindet, sind Antikollisionssysteme erstmals als regelmäßig zu prüfende Vermeidungsmaßnahme genannt.

 

Den vollständigen Beitrag finden Sie in der Bauernblattausgabe 28/2021 unter der Rubrik "Erneuerbare Energien" und im digitalen Bauernblatt.

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