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Im Windpark Nortorf II werden zwei der deutschlandweit leistungsstärksten Onshore-Windenergieanlagen vom Typ Siemens Gamesa SG 6.6 155 errichtet. Foto: jh

Rund 700 m3 Beton im Fundament, eine Höhe von 200 m, ein Rotordurchmesser von 155 m und eine Leistung von 6,6 MW – so nüchtern lauten die Eckdaten der deutschlandweit leistungsstärksten Onshore-Windkraftanlage des Typs Siemens Gamesa SG 6.6 155. Gebaut werden zwei der Giganten im Windpark Nortorf II bei Wilster im Kreis Steinburg. Besonders der weiche Marschboden ist dabei eine Herausforderung.

Im flachen Marschland ist der kranartige Ausleger der Betonpumpe schon von Weitem zu erkennen. Seit Monaten wird auf der Baustelle zwischen Wilster und Bruns­büttel unweit der B5 an den Fundamenten der riesigen Windkrafträder gearbeitet: Pro Anlage wurden dazu 51 Pfähle ganze 24 m tief in den Boden getrieben. Projektleiter Philipp Stelljes vergleicht die Oberfläche in der Marsch mit der Haut eines Puddings, die es notwendig mache, den Koloss in tieferen Schichten zu verankern. Der Fundamentkörper aus Stahlgeflecht und Beton soll später die gesamte Last sowie Druck- und Zugkräfte aus der Windenergieanlage aufnehmen und durch die Pfähle in den Boden ableiten.

Allein für den später zum Aufstellen der Anlage benötigten Spezialkran, der rund 1.000 t wiegt, wird ein weiteres Fundament aufgeschüttet. Ebenso eines, auf dem die Gegengewichte des Krans abgestellt werden können.

Nach Angaben des Herstellerunternehmens Siemens Gamesa, das weltweit zirka 26.000 Mitarbeiter beschäftigt und 115.000 MW Windenergieleistung installiert hat, handelt es sich bei dem Anlagentyp um die neueste Turbinengeneration. Die Anlagen gehörten aktuell zu den weltweit leistungsstärksten mit den wettbewerbsfähigsten Stromgestehungskosten.

Vier bestehende Windkraftanlagen mit einer Leistung von zusammen 8,45 MW hätten im Zuge des Repowerings für den Neubau abgebaut werden müssen, erläutert Windparkgeschäftsführer Mario Mehrens. Die beiden neuen Anlagen ersetzen mit ihren 13,2 MW also vier alte Anlagen. Mehrens verweist zudem auf die Auflagen zum Artenschutz und betont, dass die Wertschöpfung bei diesem Projekt in der Region bleibe. So sitze auch die Betreibergesellschaft in der Gemeinde, in der die Windkraftanlagen beheimatet sind. Die Anlieferung der Anlagen über den Elbehafen Brunsbüttel ermögliche kurze Transportwege.

Mit einer Winderntefläche von je knapp 19.000 m2 sollen die beiden Kolosse pro Jahr 35 Mio. kWh Grünen Strom erzeugen und damit rein rechnerisch Energie für 10.000 Haushalte liefern. 40.000 t CO2 ließen sich so pro Jahr einsparen, erläutert Matthias Krebs von Siemens Gamesa. Die Inbetriebnahme der Windkraftanlagen ist für das kommende Jahr geplant: Dann sollen sie für die nächsten 20 bis 30, vielleicht sogar 35 Jahre Erneuerbaren Strom liefern. Der Wind dafür steht in der Wilstermarsch jedenfalls günstig.

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