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Auf der Wiede können die Kühe ihren Liegeplatz frei wählen und sich in Gruppen zusammenfinden. Zugleich sind sie Wind und Wetter ausgesetzt, sodass Stall oder Witterungsschutz zugänglich sein müssen. Foto: Dr. Ole Lamp

Wenn Verbraucher nach den wichtigsten Haltungsansprüchen für mehr Tierwohl gefragt werden, stehen Weidezugang und mehr Platz im Stall praktisch immer auf den vordersten Plätzen. Die Milchwirtschaft hat auf diesen Trend reagiert und verschiedene Arten von Weidemilchprogrammen aufgelegt. Welche Effekte sich im Vergleich zur reinen Stallhaltung ergeben, wurde nun intensiver untersucht: In den Sommern der Jahre 2018 und 2019 führte die Landwirtschaftskammer mit den Futterkamper Milchkühen Versuche zur Weidemilcherzeugung durch. Nachdem im Bauernblatt in der KW 38 der Versuchsaufbau und die Ergebnisse zu Fütterung und Leistung dargestellt wurden, sollen im Folgenden die Effekte auf ausgewählte Tierwohlaspekte präsentiert werden.

Tierwohl ist bekanntlich ein umfassenderer Begriff als das Wort "Tierschutz". Es geht beim Tierwohl nicht nur um die Freiheit von Schmerzen, Leiden oder Schäden, sondern unter anderem auch um emotionale und körperliche Ausgeglichenheit. Daher spielen neben Krankheiten und schmerzhaften Prozessen auch vermeintlich kleine Dinge wie die Tiersauberkeit eine wichtige Rolle für das Wohlbefinden. Zudem zeigt die äußere Erscheinung des Tieres an, wie gut es in seinem Haltungssystem aufgehoben ist, seinen Körper ausreichend selbst pflegen und störungsfrei stehen, liegen und fressen kann.

Es wurden daher in beiden Versuchen haltungsbedingte Schäden (Technopathien) an der Körperoberfläche der Kühe untersucht. Im zweiten Versuch (2019) wurde zudem die Sauberkeit der Kühe an verschiedenen Körperstellen bewertet. Eine weitere wichtige Grundlage für eine stoffwechselgesunde Kuh ist die Körperkondition. Da in den Futterkamper Weidemilchversuchen nur Kühe jenseits des 100. Laktationstages eingesetzt wurden, um schwere Belastungen für den Stoffwechsel durch Weidegang im Bereich der Frühlaktation zu vermeiden, war weniger die Abnahme der Kondition ein Thema als vielmehr die Vermeidung von Verfettung bei Altmelkern. Durch monatliche Erhebung des Body Condition Score (BCS) wurde die Kondition dokumentiert.

Um den Bereich der Lahmheitsursachen abzudecken, wurden in beiden Versuchen Erhebungen zur Ausprägung der Dermatitis digitalis (Mortellaro-Krankheit) durchgeführt, da hier Betriebe oft von einer Verbesserung der Lahmheiten bei Weidegang berichten. Diese Erfassungen erfolgten im Melkstand mittels Spiegelmethode (nach Relun et al., 2011) zu Versuchsbeginn und Versuchsende. Somit lagen über 100 Tage zwischen beiden Erhebungen, sodass die Effekte beider Haltungsformen nur an den Tieren untersucht wurden, die praktisch den gesamten Versuchszeitraum in der jeweiligen Gruppe verbracht hatten. BCS, Technopathien und Sauberkeit wurden ebenfalls zwischen Versuchseintritt und -austritt des jeweiligen Tieres verglichen. Allerdings wurden hierzu nur Datensätze verwendet, wenn die Kühe bis zur Schlussbewertung mindestens 50 Tage im Versuch waren, um so einen hinreichend langen Haltungseinfluss sicherzustellen.

 

Den vollständigen Beitrag lesen Sie in der Bauernblattausgabe 40/2021 unter der Rubrik "Tier" und im digitalen Bauernblatt.

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