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Bei der Auswahl des Kalkes ist genau auf die Inhaltsstoffe zu achten, auf die Reaktivität und den Vermahlungsgrad. Foto: Dr. Ute Kropf

Genau genommen hat der pH-Wert zuerst einmal nichts mit dem Kalk-, genauer gesagt dem Kalziumhaushalt des Bodens zu tun. Der pH-Wert (lateinisch potentia hydrogenii) gibt die Konzentration der sauer wirkenden H+-Ionen (H = Wasserstoff, englisch hydrogen, lateinisch hydrogenium) an und ist daher ein Maß für die Säure. Je mehr H+-Ionen im Bodenwasser sind, desto saurer reagiert der Boden. Wie entsteht Bodenversauerung?

Bodenversauernd wirkende H+-Ionen entstehen durch natürliche Prozesse beim Pflanzenwachstum, Humusabbau und dem Eintrag aus der Atmosphäre. Durch die Bewirtschaftung tragen einige Dünger zur Versauerung bei. Versauernd wirkende Prozesse können in der Reihenfolge ihrer Bedeutung folgendermaßen eingeordnet werden:

  • Bodenatmung: Wachsende Pflanzen geben über die Wurzel Kohlendioxid (CO2) ab, aus dem sich im Bodenwasser versauernd wirkende Kohlensäure (H2CO3) bildet. Die Wurzelatmung macht dabei zirka 30 % der Bodenatmung aus. Den größeren Anteil an der Bodenatmung (zirka 70 %) hat die Atmungsaktivität der Bodenlebewesen und Mikroorganismen, zum Beispiel beim Aufbau (Huminsäuren) und Abbau von Humus (Nitrifikation, Säurebildung).
  • Nährstoffaufnahme: Um positiv geladene Nährstoffe (Kationen) aufzunehmen, gibt die Wurzel zum Ladungsausgleich H+-Ionen ab. Für zwei H+-Ionen kann die Pflanze zwei einwertige Kationen (zum Beispiel K+) oder ein zweiwertiges Kation (zum Beispiel Mg2+) aufnehmen. Die meisten Kationen sitzen an den negativ geladenen Ton- und Humuspartikeln, den Kationenaustauschern.
  • sauer wirkende Dünger: zum Beispiel Ammoniumdünger, Schwefeldünger
  • atmosphärische Einträge ("saurer Regen"): zum Beispiel NOx, NHx, SO2, CO2
  • Bodenbildung: Oxidation von Eisen und Mangan in trockenen, gut durchlüfteten beziehungsweise gelockerten Böden (zum Beispiel Ortsteinbildung auf der Geest). Oxidation von Eisen und Schwefel zu Pyrit (zum Beispiel bei der Trockenlegung von Marschen)

Den kompletten Beitrag finden Sie in der Bauernblattausgabe 42/2020 unter der Rubrik "Pflanze" und im digitalen Bauernblatt.

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