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In zahlreichen Versuchen sucht die Landwirtschaftskammer nach Lösungswegen für die produktionstechnischen Herausforderungen, nach neuen potenziellen Kulturen und stellt damit die notwendige Basis für eine neutrale Beratung. Foto: Sönke Först

Die neue Agrarpolitik wirft ihre Schatten voraus. Schon jetzt zeichnet sich ab, dass sie grüner und ökologischer wird (werden muss). EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen (CDU) bekräftigte, am Kommissionsvorschlag festhalten zu wollen. Die Erhaltung der Artenvielfalt und der Kampf gegen den Klimawandel sind nur einige Themen. Die Marktsituation mit den sehr großen Schwankungen bereitet Sorgen. Daniela Rixen sprach für das Bauernblatt mit Experten der Landwirtschaftskammer aus dem Bereich Ökonomie, Pflanzenbau, Pflanzenschutz, Umwelt.

Herr Friedrichsen, Sie sind betriebswirtschaftlicher und Marktfruchtberater bei der Landwirtschaftskammer. Was raten Sie klassischen Ackerbaubetrieben? Wie sollten sich die Betriebe auf die neue Förderperiode der Gemeinsamen Agrarpolitik (GAP) vorbereiten?

Peter Friedrichsen: Die neue GAP fordert von den Landwirten mehr Umweltleistungen, seien es klimaschonendere Bewirtschaftungsformen, stärkerer Schutz gefährdeter Regionen und Teilflächen vor negativen Umwelteffekten oder sei es auch die Schaffung von mehr Biodiversität. Die damit verbundenen Maßnahmen werden regional ausgestaltet und nur zum Teil durch zusätzliche Ausgleichszahlungen kompensiert. Die EU wird vornehmlich Ziele und nicht mehr konkrete Maßnahmen vorgeben. Damit liegt die Verantwortung für die Ausgestaltung von konkreten Programmen beim Bund und vor allem bei den Ländern. Über das Mindestmaß an einzuhaltenden Vorgaben wird es darüber hinausgehende freiwillige Angebote geben. Was genau auf die Landwirte zukommt, ist also noch nicht beschlossen.

Was könnte zu erwarten sein?

Generell ist zu erwarten, dass die Wirtschaftlichkeit des Ackerbaus unter zunehmenden Auflagen leiden und der wirtschaftliche Druck auf die Betriebe weiter ansteigen wird. Vor allem auf nur mit hohem Aufwand zu bewirtschaftenden Flächen mit unterdurchschnittlichen Erträgen – sogenannten Grenzstandorten – werden neue Vorgaben nur schwer zu erreichen sein. Denn dort sind die Produktionskosten hoch und die Effizienz von Düngung und Pflanzenschutz eher niedrig. Vor allem für solche Flächen ist zukünftig noch mehr zu prüfen, ob extensivere Bewirtschaftungsprogramme oder die Entnahme aus der Produktion sinnvoll sind, besonders dann, wenn dadurch in Teilen Freiräume für die intensivere Nutzung von guten Ackerflächen entstehen. Oft sind es genau diese Flächen, die für die Artenvielfalt eine wichtige Rolle spielen.

Das vollständige Interview lesen Sie in der Bauernblattausgabe 3/2021 unter der Rubrik "Pflanze" und im digitalen Bauernblatt.

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