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Die Vermehrungsfläche des Winterweizens wurde erneut reduziert. Foto: Henning Brogmus

Die Anerkennung von Saat- und Pflanzgut ist eine der Aufgaben, welche die Landwirtschaftskammer seit Jahrzehnten für das Land Schleswig-Holstein wahrnimmt. Zu diesem vielschichtigen Aufgabenfeld gehört unter anderem die Feldbestandsprüfung der zur Anerkennung angemeldeten Vermehrungsbestände, denn nur Saatgut von erfolgreich geprüften Feldbeständen kann nach weiteren Prüfungen letztlich als anerkanntes Saatgut in den Verkehr gebracht und damit an die landwirtschaftlichen Betriebe verkauft werden.

Auch wenn die in unserem Bundesland angemeldeten Vermehrungsflächen nicht immer direkte Rückschlüsse auf die hiesige Anbaubedeutung von Fruchtarten und Sorten zulassen, lassen sich zumindest Trends ableiten. Schließlich erfolgte die Anlage der Vermehrungsflächen beispielsweise bei den Wintergetreidearten bereits im Herbst des Vorjahres und so spiegeln die Vermehrungsflächen die Erwartungen an die Nachfrage nach Saatgut der an der Vermehrung beteiligten Züchtungs- und Landhandelsfirmen wider. Ob alle Beteiligten mit ihrer individuellen Einschätzung des Saatgutmarktes richtig lagen, wird die Nachfrage nach den verschiedenen Fruchtarten und Sorten dann zur kommenden Aussaat zeigen.

Mehr Anbaudiversifizierung

Bei der Betrachtung der diesjährigen, in unserem Bundesland zur Anerkennung als Saatgut angemeldeten, Vermehrungsflächen, ist abermals der Trend zu größerer Anbaudiversifizierung auf den landwirtschaftlichen Betrieben erkennbar. Machten bis vor einigen Jahren die beiden Fruchtarten Winterweizen und Wintergerste etwa 85 % der Getreidevermehrungsfläche aus, liegt dieser Anteil mittlerweile bei 70 %. Zugleich hat eine Fruchtart wie die Ackerbohne ihre Vermehrungsfläche in den vergangenen sechs Jahren mehr als verdreifacht. Im dreijährigen Vergleich wird deutlich, dass die absolute Vermehrungsfläche in der Summe über alle Fruchtarten nahezu konstant ist und es lediglich Verschiebungen zwischen den verschiedenen Kulturen gibt. Letztlich zeigt sich im Vermehrungsumfang der Druck in der landwirtschaftlichen Praxis, durch eine größere Anbaudiversifizierung auf phytosanitäre Probleme in der Fruchtfolge, sowie auf agrar- und umweltpolitische Vorgaben und Anreize zu reagieren. Die betriebswirtschaftlichen Vorteile mancher Kulturen aufgrund verbesserter Vermarktungsmöglichkeiten, welche mittlerweile nicht mehr nur als Nischenmärkte zu bezeichnen sind, tun ihr Übriges. Speziell bei der Fruchtart Hafer, wie auch bei der Ackerbohne zeigt sich ein stetiger Aufwärtstrend, der sich auch in den Anbauflächen der landwirtschaftlichen Praxis wiederfindet.

 

Den vollständigen Beitrag lesen Sie in der Bauernblattausgabe 28/2021 unter der Rubrik "Pflanze" und im digitalen Bauernblatt.

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