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Weizenflugbrand: Anstelle der Ährchen werden nach dem Ährenschieben dunkelbraune bis schwarze, anfangs noch mit einem silbrigweißen Häutchen überzogene Sporenlager sichtbar, die zur Zeit der Getreideblüte ausstäuben, so dass schließlich nur noch die nackten Ährenspindeln übrig bleiben.

Streifenkrankheit der Gerste: Auf den Blättern zeigen sich in den Leitgefäßen die typischen streifenförmigen Chlorosen und Nekrosen. Die Ähren bleiben in den Blattscheiden stecken. Fotos: Dr. Hans-Joachim Gleser

Die Anforderungen an die Saatgutbeizung sind in den vergangenen Jahren deutlich gestiegen. Durch eine gute Beizqualität und andere Maßnahmen muss sichergestellt werden, dass es bei der Aussaat nicht zur Verfrachtung von Abriebstäuben kommt. Hierfür wurden im Rahmen der Zulassung für neu zugelassene Beizmittel die Anwendungsbestimmungen NT699, die eine Beizung nur in professionellen Saatgutbehandlungseinrichtungen vorschreibt, und NT715, die Vorgaben zur maximalen Wirkstoffmenge im Abriebstaub (Heubach-Test) macht, erteilt.

Diese Anwendungsbestimmungen wurden vom Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit aber wegen bestehender Probleme bei der Zertifizierung von Beizanlagen für ein weiteres Jahr bis zum 1. Januar 2021 ausgesetzt.

Prüfpflicht auch für Beizgeräte

Auch für Beizgeräte gilt zukünftig – wie für andere Pflanzenschutzgeräte auch, zum Beispiel Granulatstreuer – eine Kontrollpflicht. Rechtsgrundlage ist die Verordnung über die Prüfung von Pflanzenschutzgeräten (Pflanzenschutzgeräteverordnung) vom 27. Juni 2013 (BGBl. I S. 1953), zuletzt geändert durch Artikel 1 der Verordnung vom 18. April 2019 (BGBl. I S. 507). Danach müssen stationäre und mobile Beizgeräte mit einer Chargengröße ab 5 kg oder mit kontinuierlicher Beizung bis zum 31. Dezember 2020 erstmals und dann alle drei Jahre geprüft werden.

Neue Beizmittel zugelassen

Zur Saatgutbeizung steht für die neue Saison noch eine umfangreiche Mittelpalette zur Verfügung. Mit Rubin Plus und Vibrance Trio wurden im vergangenen Jahr zwei neue Beizmittel zugelassen. Rubin Plus enthält die Wirkstoffe Fludioxonil, Triticonazol und Fluxapyroxad, jeweils mit 33,3 g/l. Der SDHI-Wirkstoff Fluxapyroxad, bekannt durch das Blattfungizid Adexar, ist damit erstmalig in einer Saatgutbeize enthalten. Die Zulassung besteht für verschiedene samenbürtige Krankheiten bei Weizen, Gerste, Roggen, Triticale und Hafer. Die zunächst für Rubin Plus verfügte bußgeldbewehrte Anwendungsbestimmung NH681 (keine Ausbringung des behandelten Saatgutes bei Wind mit Geschwindigkeiten über 5 m/s) ist wieder entfallen. Dafür wurden die Anwendungsbestimmungen NT699-4 und NT715-4 neu erteilt (Anwendung nur in professionellen Saatgutbehandlungseinrichtungen mit Qualitätssicherungssystemen zur Staubminderung in Verbindung mit einem geeigneten Beizverfahren, das sicherstellt, dass eine bestimmte Wirkstoffmenge im Staub nicht überschritten wird). Diese Vorgaben sind vom 1. Januar 2021 an zu erfüllen.

Vibrance Trio enthält die Wirkstoffe Fludioxonil (25 g/l), Sedaxane (25 g/l) und Tebuconazol (10 g/l). Es handelt sich um die Erstzulassung einer Getreidebeize in Deutschland mit dem neuen Wirkstoff Sedaxane, ebenfalls aus der Gruppe der SDHI-Fungizide. Vibrance Trio ist als Universalbeize in Weizen, Gerste, Roggen, Triticale und Hafer zugelassen. Sie verfügt über ein sehr breites Wirkungsspektrum gegen samenund bodenbürtige Krankheitserreger inklusive Rhizoctonia-Befall im Weizen sowie Typhula-Fäule in der Gerste. Vibrance Trio mit einer Aufwandmenge von 200 ml/dt Sedaxane hat keine Wirkung auf Blattpathogene und muss damit nicht auf die maximale Anzahl der SDHI-Blattapplikationen angerechnet werden.

Den kompletten Beitrag finden Sie in der Bauernblattausgabe 33/2020 unter der Rubrik "Pflanze" und im digitalen Bauernblatt.

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