Zur Navigation springen Zum Inhalt springen

In 39 Betrieben wurden insgesamt 1.339 Tränkekälber gewogen und deren Brustumfang gemessen. Foto: Tade Callsen

Um die Kälber- und Jungrinderaufzucht ständig anzupassen, ist ein gezieltes Controlling (Messen und Steuern) über das Erfassen des Gewichts und bei den größeren Jungrindern die regelmäßige Beurteilung der Körperkondition unverzichtbar. Nur so kann der Wachstumsverlauf der Tiere überprüft und optimiert werden. Der Goldstandard für die Gewichtsbestimmung ist die Tierwaage. Eine solche existiert jedoch in den meisten Betrieben nicht. Auch ist die Einzeltierwägung relativ zeitaufwendig. Daher kann alternativ anhand der Brustumfangsbestimmung auf das Gewicht geschlossen werden, weil es einen engen Zusammenhang zwischen beiden Merkmalen gibt.

In einer im letzten Jahr durchgeführten Studie zur Kälberaufzucht wurde unter anderem überprüft, ob die Anwendung des Jungrindermaßbandes ebenfalls zur Gewichtsbestimmung bei Tränkekälbern geeignet ist.

Studie in Schleswig-Holstein

Die Datenerhebung erfolgte im Zeitraum von Mai bis Juli 2020 in 39 Betrieben. Eine gezielte Vorauswahl der Betriebe, zum Beispiel entsprechend ihrem Leistungsniveau oder bestimmten Besonderheiten bei der Kälberaufzucht, erfolgte dabei nicht. Es sollten lediglich etwas größere Betriebe sein, um möglichst zahlreiche Kälber in diese Studie mit einbeziehen zu können. Da aber die Aussagekraft derartiger oder ähnlicher Praxiserhebungen sehr von der Zuverlässigkeit und Aufgeschlossenheit der teilnehmenden Betriebsleiter und der Mitarbeiter abhängt, wurde hierauf viel Wert gelegt. Die ausnahmslos in Schleswig-Holstein befindlichen Betriebe konzentrierten sich deutlich entlang der Westküste und auf dem Geestrücken. Es wurden weibliche Kälber der Rasse Deutsch Holstein (Farbschläge Red Holstein und Holstein Friesian) zwischen dem 14. Lebens­tag und dem betriebsindividuellen Termin des Absetzens von der Milch in die Studie einbezogen. Alle Betriebe wurden im Studienzeitraum zweimal aufgesucht, sodass von mehreren Kälbern während dieser Zeit wiederholte Gewichtsdaten ­vorlagen.

Gewichtsermittlung mit Waage und Maßband

Je Betrieb gingen durchschnittlich 36 Kälber in die Auswertung ein. Es wurden insgesamt 1.389 Kälbergewichte mittels Einzeltierwaage erfasst. Darüber hinaus fand bei 1.339 Kälbern ebenfalls eine Gewichtserfassung mittels Jungrindermaßband (Animeter der Albert Kerbl GmbH) statt. Hierbei wird der Brustumfang hinter der Schulter, an der engsten Stelle direkt hinter den Vorderbeinen, gemessen und dann die Lebendmasse für die entsprechende Rasse direkt abgelesen. Dieses erfolgte stets durch dieselbe Person und, sobald das Tier auf der Waage stand, noch bevor das angezeigte Gewicht von dem Display der Waage abgelesen wurde, um eine ansonsten mögliche Einflussnahme des Anwenders auszuschließen.

Übereinstimmung Waage mit dem Maßband

Das anhand des Maßbandes ermittelte durchschnittliche Gewicht war mit 79,2 kg um 2,5 kg höher als das mit der Waage ermittelte Gewicht.

Die Einzeltier-Abweichungen betrugen hierbei maximal -29 kg (bei einem 97 Tage alten und 110 kg schweren Kalb) und +43 kg (bei einem 81 Tage alten und 117 kg schweren Kalb). Über alle Datensätze hinweg zeigte sich jedoch mit einem Bestimmtheitsmaß von 0,93 eine sehr enge Beziehung zwischen beiden Gewichtsbestimmungen.

Die Korrelation zwischen beiden Merkmalen wurde für jeden der 39 Betriebe darüber hinaus auch nochmals separat ermittelt. Dabei lag das Bestimmtheitsmaß R2 im Minimum bei einem Betrieb bei 0,79 und im Maximum bei 0,97, in den meisten Betrieben (n = 20) zwischen 0,91 und 0,95, unabhängig von der Anzahl an gewogenen und gemessenen Kälbern je Betrieb. Das R2 ist ein Gütemaß zum Beschreiben eines linearen Zusammenhangs und kann Werte zwischen 0 und 1 annehmen. Prinzipiell stehen dabei höhere Werte für eine bessere Vorhersage der abhängigen Variable. Grundsätzlich zeugen Werte von 0,8 und darüber von einer sehr engen Beziehung.

 

Den vollständigen Beitrag lesen Sie in der Bauernblattausgabe 49/2021 unter der Rubrik "Tier" und im digitalen Bauernblatt.

nach oben