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Der erste Schnitt konnte bei besten Boden- und Wetterverhältnissen eingefahren werden. Foto: Dr. Luise Prokop

Qualitativ hochwertiges Grundfutter ist die wesentliche Voraussetzung für eine erfolgreiche Milchproduktion. Neben den Inhaltsstoffen spielt auch der Silierverlauf eine entscheidende Rolle für die Qualität der Silage auf dem Futtertisch. Nur mit hochwertigen Silagen können hohe Futteraufnahmen erreicht werden. Und eine hohe Futteraufnahme ist essenziell für die Gesundheit und Leistungsfähigkeit eines jeden Einzeltieres. Auch im Kalenderjahr 2020 hat Schleswig-Holstein, wie im Jahr zuvor, Glück gehabt. Das Wetter war im Norden nicht ganz so heiß und trocken wie im restlichen Bundesgebiet. Dies spiegeln die Analyseergebnisse der Labore LKS Lichtenwalde und Lufa Nord-West hinsichtlich der Grassilagen aus Schleswig-Holstein im Folgenden wider.

Der erste Schnitt wurde im Mittel mit 36,9 % Trockensubstanz (TS) und damit deutlich trockener als im Vorjahr geerntet. Die Schwankungsbreite von 29,8 bis 44,0 % zeigt allerdings, dass ein Teil der untersuchten Silagen zu spät geschnitten worden ist und/oder zu lange Feldliegezeiten aufgewiesen hat. Erstaunlich sind in diesem Jahr die hohen Zuckergehalte von durchschnittlich 8,2 % in der TS. Diese können zum einen durch sonnenscheinreiche Tage und verhältnismäßig kühle Nächte entstehen und zum anderen durch einen zu geringen Besatz an Milchsäurebakterien im Erntegut, sodass der Zucker nicht optimal vergoren werden konnte. Der hohe Zuckergehalt birgt mit den relativ trockenen Silagen ein hohes Potenzial an Nachvergärungen.

Der mäßige Proteingehalt des ersten Schnittes 2019 wurde im Erntejahr 2020 noch einmal unterschritten. Mit durchschnittlich 14,9 % in der TS konnte nur ein unterdurchschnittlicher Proteingehalt erreicht werden. Der Gehalt an nXP (nutzbares Protein im Dünndarm) ist im Vergleich zu den Vorjahren mit durchschnittlich 140 g/kg TS annähernd konstant geblieben. Neben den mittelmäßigen Proteingehalten fallen die Energiegehalte deutlich besser aus. Mit 6,48 MJ NEL/kg TS liegt der Energiegehalt auf dem Niveau des Vorjahres. Die verhältnismäßig trockenen Silagen weisen einen geringen Rohaschegehalt von im Mittel 8,3 % in der TS auf, was sich wiederum positiv auf den Energiegehalt auswirkt.

Hohe Verdaulichkeiten gemessen

Die Verdaulichkeit der analysierten Grassilagen wird durch den Hohenheimer Futtertest gemessen. Dabei wird die Gasbildung bei der Inkubation der Grassilage mit einem standardisiertem Pansensaft bestimmt. Werte von über 46ml/200g TM sind anzustreben und werden von einem Großteil der analysierten Grassilagen deutlich übertroffen, was für eine sehr gute Verdaulichkeit spricht. Wichtig für die Geschwindigkeit der Verdauung sind der Aufbau und die Zusammensetzung der Zellwand. Denn erst wenn die Zellwände abgebaut sind, können beispielsweise Energie und Protein aus dem Inneren der Zelle freigesetzt und so für die Kuh nutzbar gemacht werden. Die neutrale Detergenzienfaser (NDF) und die saure Detergenzienfaser (ADF) geben Auskunft über die Zusammensetzung der Zellwand. In dieser Auswertung nicht aufgeführt ist das Lignin (ADL), welches ebenfalls Bestandteil der Zellwand ist.

Aufgrund der unterdurchschnittlichen Protein- und guten Energiegehalte ist der Stickstoffüberschuss sehr viel geringer als in den Jahren zuvor, in denen sehr viel höhere Proteingehalte gemessen wurden.

 

Den vollständigen Beitrag lesen Sie in der Bauernblattausgabe 14/2021 unter der Rubrik "Tier" und im digitalen Bauernblatt.

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