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Weidegang hat für Milchkühe einen positiven Effekt auf die Tiergesundheit und sorgt gleichzeitig für eine positive Wahrnehmung durch den Verbraucher. Trotzdem muss auch immer die Frage beantwortet werden, ob der Weidegang ökonomisch möglich ist. Foto: Imke Junge

Bei der Überlegung, Milchkühen Weidegang zu ermöglichen, stellt sich neben der betrieblichen Ausstattung und individuellen Präferenzen auch die Frage nach der ökonomischen Sicht auf die Weidehaltung. Die Futterkosten machen rund die Hälfte der Kosten der Milcherzeugung aus. Die Weidehaltung erfordert zunächst zusätzlichen Arbeitsaufwand, bietet aber gleichzeitig auch die Möglichkeit, Futterkosten zu reduzieren. In den Jahren 2018 und 2019 weidete jeweils ein Teil der Milchviehherde des Lehr- und Versuchszentrums Futterkamp auf den hofnahen Grünlandflächen. Der Versuchsaufbau sowie der Einfluss der Weidehaltung auf Fütterung, Leistung und Tiergesundheit wurde in den ersten zwei Artikeln bereits beschrieben. Im Folgenden soll nun die Frage nach den ökonomischen Ergebnissen beantwortet werden.

Im Rahmen der Versuche wurde der spätlaktierenden Versuchsgruppe Weidezugang in Form einer Kurzrasenweide geboten. Den Weidezugang auf die spätlaktierenden Tiere zu begrenzen, ist eine übliche Vorgehensweise, die sich mit den Bedingungen auf Praxisbetrieben vergleichen lässt. Dabei bleiben die Produktionskosten, die durch den Stall entstehen, vollständig erhalten und müssen durch die Milchproduktion der Kühe mit Weidegang weiterhin entlohnt werden. Die Reduktion der Kosten durch einen geringeren Gülleanfall und weniger Arbeit im Stall sind marginal und werden bei dieser Betrachtung nicht berücksichtigt.

Durch die Beweidung als Kurzrasenweide konnte der Grünlandaufwuchs ähnlich einer Schnittnutzung intensiv genutzt werden. Der für die Futterkonservierung entgangene Ertrag der Fläche ist mit der Futteraufnahme der Kühe auf der Weide vergleichbar und wird daher in dieser Auswertung nicht weiter berücksichtigt. Der Unterschied in den Produktionskosten lässt sich bei diesem Haltungsverfahren auf die Futterkosten, die Kosten der Mehrarbeit für die Weide und die Kosten der Weide reduzieren.

Was berechnet die Methode IOFC?

Wie viel Erlös bleibt nach dem Abzug der Futterkosten übrig? So einfach lässt sich die Auswertung des IOFC beschreiben. Dahinter verbirgt sich die Kennzahl des Income over feed cost (IOFC) in € pro Kuh und Tag = Milchmenge (kg pro Kuh) x Milcherlös (€/kg) - Futterkosten (€ pro Tier und Tag). Durch die Auswertung des IOFC lässt sich beurteilen, ob der Einsatz eines Futtermittels in einem lohnenswerten Verhältnis zu den erzielten Erlösen steht. Für die ökonomische Auswertung der Weidemilch wurden die Kosten für das Futtermittel "Weide" bestimmt und den Erlösen aus der Milchproduktion gegenübergestellt. Die Erlöse nach der Entlohnung der Futterkosten stehen für die Entlohnung von Arbeit, Gebäude und weiteren Aufwendungen zur Verfügung.

 

Den vollständigen Beitrag lesen Sie in der Bauernblattausgabe 42/2021 unter der Rubrik "Tier" und im digitalen Bauernblatt.

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