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Randvolles Forum Schweinehaltung: Über 170 Teilnehmer mit gebührendem Abstand auf dem Futterkamper Lindenplatz Foto: Isa Maria Kuhn

Ein Rekordbesuch, wie er in besten Norla-Zeiten nicht erreicht wurde, zeichnete das diesjährige Forum Schweinehaltung aus, das coronabedingt vom Bauernverband Schleswig-Holstein und der Landwirtschaftskammer Schleswig-Holstein am Lehr- und Versuchszentrum Futterkamp ausgerichtet wurde. 170 Teilnehmer, davon viele Schweinemäster, aber überwiegend Sauenhalter, sandten die Botschaft, dass die Schweinehaltung den Weg in die Zukunft sucht.

In ihrer Begrüßung bestätigte Kammerpräsidentin Ute Volquardsen diese Einschätzung; sie berichtete von einer vermehrten Beratungsnachfrage. Nach der Verabschiedung der Tierschutznutztierhaltungsverordnung im Bundesrat sei klar gewesen, dass das Leitthema des Forums der "Stall der Zukunft" sein müsse, so Volquardsen. Auch wenn die Ausführungshinweise noch erarbeitet würden, seien mit der Verordnung, insbesondere durch das Bestreben von Landwirtschaftsminister Jan Philipp Albrecht (Grüne), Eckpfeiler gesetzt worden.

Bauernverbandspräsident Werner Schwarz wies darauf hin, dass mehr Tierwohl nur umsetzbar sei, wenn das Bau- und Emissionsschutzrecht es zulasse. Die Übergangszeiten der Verordnung seien daher nicht nur für die Tierhalter, sondern auch für die Politik notwendig. Auch den Genehmigungsbehörden komme in Zukunft eine große Verantwortung zu. Die Schweinehalter forderte Schwarz auf, das Angebot der betrieblichen Freibeprobung in ASP-"Friedenszeiten" im Tierseuchenfonds zu nutzen. Nur dann könne man im Falle der ASP weiterliefern.

Als Ersatz für die betäubungslose Kastration ab kommendem Jahr fordere der Bauernverband einheitliche Tierschutzanforderungen für sämtliche Herkünfte mittels einer verbindlichen Positivliste von zugelassenen Verfahren, so der Präsident. Dieses stelle die Bezieher dänischer Ferkel vor Probleme, gab Schwarz zu. Doch zur Wahrheit gehöre auch, dass das Thünen-Institut Sauenhaltern in Dänemark und den Niederlanden im Moment einen handfesten Wettbewerbsvorteil bescheinige. Er könne sich aber auch vorstellen, dass der Lebensmittelhandel stattdessen ein Anreizsystem installiere. Die Landwirtschaft wolle mehr Tierwohl erzeugen und "wer sich in den Weg stellt, der muss benannt werden", warnte Schwarz.

Der Themenblock Mastschweinehaltung, zu dem sich 65 interessierte Schweinemäster angemeldet hatten, wurde durch drei firmenindividuelle Haltungskonzepte der Zukunft eröffnet. Gerhard Lengauer stellte den von der Firma Schauer Agrotronic zum Patent angemeldeten emissionsarmen Tierwohlmaststall vor. Dieser gliedert sich in einen wärmegedämmten Innenbereich und einen voll überdachten Auslauf. Innen befindet sich der Liegebereich mit Minimaleinstreu.

Die Buchtentrennwände sind verstellbar, um das Platzangebot anpassen zu können. Der Auslauf ist in einen planbefestigten Fress- und einen perforierten Mistbereich unterteilt. Damit der Kotbereich angenommen wird, ist er unter anderem mit Trenngittern zu den Nachbarbuchten und Befeuchtungsmöglichkeiten ausgestattet. Verschiedene emissionsmindernde Maßnahmen werden im Stall eingesetzt beziehungsweise sind dort verbaut. Dazu gehören unter anderem eine spezielle Schieberentmistungstechnik und bauliche Veränderungen zur Reduktion der emittierenden Fläche.

Den kompletten Beitrag finden Sie in der Bauernblattausgabe 37/2020 unter der Rubrik "Tier" und im digitalen Bauernblatt.

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