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Ein Deckel auf den Nuckeleimern verhindert, dass sich Fliegen in der Tränke ansammeln und Stroh und Schmutz in die Eimer gelangen. Foto: Sabrina Diestelow

Viele Faktoren haben einen positiven Einfluss auf die Kälbergesundheit. Bei der Aufstallung der Tiere in Einzeliglus oder Gruppenbuchten wird jedoch der wichtigste Faktor oft nicht bedacht: die Hygiene. Einen konsequenten Umgang mit Hygiene kennen Landwirte nur aus der Schweine- oder Geflügelhaltung. Es gibt jedoch auch in der Rinderhaltung genügend Erreger, die mit einem guten Hygieneprogramm deutlich reduziert werden können. Denn die Mehrzahl der Infektionserreger ist auf den meisten Betrieben vorhanden.

Kälber sind hochsensibel, was die Zeit der Aufzucht betrifft. Folgen von schlechtem Hygienemanagement können viele Krankheiten und dadurch eine hohe Sterblichkeitsrate sein. Zusätzlich ist der hohe Betreuungsaufwand der Zeit für Reinigung und Desinfektion gegenüberzustellen.

Regelmäßiges Misten und Reinigen der Haltungseinrichtungen führt zu einem niedrigen Infektionsdruck und ist die Voraussetzung für ein stimmiges Hygienekonzept. Es empfiehlt sich, regelmäßig mit dem Hochdruckreiniger eine Schaumreinigung durchzuführen, um den Eiweiß- und Fettfilm auf den Oberflächen zu lösen. Hierbei sind auch Lüftungs- und Fütterungseinrichtungen nicht zu vergessen. Anschließend muss der Stall trocknen können und am besten bleibt das Abteil einige Tage leer stehen. Um das umsetzen zu können, ist die vorherige Planung dafür auszulegen, dass auch bei voller Auslastung die Möglichkeit besteht, dass ein Bereich im Stall leer stehen kann. Entweder wird der Stall für eine Unterbelegung direkt ausgerichtet oder es ist ein weiteres Abteil einzurichten, damit diese Möglichkeit besteht.

Ein Rein-Raus-Verfahren mit festen Kälbergruppen reduziert die Vermehrung von unerwünschten Keimen. Hierzu gibt es das konsequente System. Es werden zeitgleich alle Kälber in eine Gruppe ein- und nach einer gewissen Zeit wieder ausgestallt. Alternativ gibt es noch das kontinuierliche Rein-Raus-System, bei diesem erfolgt die Belegung kontinuierlich mit einzelnen Kälbern aus der Einzelhaltung und am Ende verlassen alle Kälber gleichzeitig die Gruppe.

Nach einer intensiven Reinigung ist es sinnvoll, ein Desinfektionsmittel einzusetzen. Es dient der Prophylaxe und der Bekämpfung von Bestandsproblemen, verursacht durch Bakterien, Viren oder parasitäre Erreger. Als Voraussetzung müssen die Oberflächen sauber und trocken sein. Das ist besonders wichtig, da es sonst zu einer Verdünnung des Desinfektionsmittels kommen kann und die Wirksamkeit dann nicht mehr gegeben ist. Wichtig ist beim Einsatz von Desinfektionsmitteln, dass die Ausbringmenge, Gebrauchskonzentration und Einwirkzeit des jeweiligen Produktes genau eingehalten werden. Zusätzlich sind viele Mittel empfindlich gegenüber Kälte, sodass eine Wirkung bei sehr geringen Temperaturen nicht ausreichend sein kann.

 

Den vollständigen Beitrag lesen Sie in der Bauernblattausgabe 6/2021 unter der Rubrik "Tier" und im digitalen Bauernblatt.

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