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Ein guter Start ist die Grundlage für eine erfolgreiche Laktation und eine hohe Wirtschaftlichkeit. Foto: Dr. Ole Lamp

Milchfieber ist der allgemein übliche Name für den Kalziummangel der Kuh. Dabei ist keine Entzündung oder fiebrige Erkrankung der Ursprung für den Begriff, sondern die Tatsache, dass die Kuh plötzlich festliegt, während sie am Tag vorher noch gesund erschien. Neben dem Festliegen verursacht Milchfieber auch bereits bei unterschwelliger Ausprägung erhebliche Schäden. Wie diese negativen Folgen am besten vermieden werden, soll im Folgenden aufgezeigt werden.

Kalzium ist einer der häufigsten Mineralstoffe im tierischen Körper. Es gehört zu den sogenannten Mengenelementen, wird in großen Mengen im Knochen eingelagert und sorgt so für dessen Stabilität. Zugleich ist Kalzium auch in vielen Zellen ein wichtiger Schalter für bestimmte Aktivitäten. So benötigen alle Muskelzellen Kalzium, um die Muskeleiweiße zu verbinden, bevor die Muskelfaser sich zusammenziehen kann. Fehlt Kalzium im Muskel, verliert dieser an Kraft und reagiert bei vollständiger Verarmung an Kalzium gar nicht mehr auf die Impulse der steuernden Nervenfasern, sondern bleibt schlaff.

Um die Kalbung herum tritt bei vielen Kühen ein mehr oder weniger stark ausgeprägter Kalziummangel im Blut auf. Dies hat verschiedene Ursachen: Ganz normal ist die Umlagerung von Kalzium vom mütterlichen Körper in das wachsende Kalb, das in den letzten Wochen der Trächtigkeit seine Knochen zunehmend mineralisiert und so der Mutter täglich Kalzium entzieht. Außerdem wird Kalzium von der Milchdrüse aus dem Blut entzogen, da Milch allgemein reich an Kalzium ist und so auch schon bei der Bildung des Kolostrums Kalzium benötigt wird. Der Blutkalziumspiegel sinkt also zur Kalbung zunehmend ab und leicht verfügbares Kalzium wird aus anderen Geweben in das Blut umgelagert. Zu diesen schnell verfügbaren Kalziumspeichern gehört das Muskelgewebe, das so mehr und mehr Kalzium an das Blut verliert.

Deutlich langsamer ist dagegen die Freisetzung von Kalzium aus dem Knochenspeicher, da es dort erst durch körpereigene Zellen aus dem Knochen gelöst und so transportfähig gemacht werden muss. Die Aktivierung dieser Vorgänge braucht mehrere Tage und ist daher nicht sofort verfügbar. Insgesamt steigt mit Einsetzen der Milchbildung der Kalziumbedarf der Kuh um den Faktor4 an. Die Kuh kann ihn aber auch nicht sofort durch eine verstärkte Aufnahme aus der Nahrung ausgleichen, wenn diese Wege nicht vorbereitet und trainiert wurden. Dies erfordert eine entsprechende Einstellung des Hormonhaushaltes.

Den kompletten Beitrag finden Sie in der Bauernblattausgabe 40/2020 unter der Rubrik "Tier" und im digitalen Bauernblatt.

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