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Grundstein für eine erfolgreiche Kälberaufzucht ist die Vertränkung von mindestens 3,5 l Kolostrum innerhalb der ersten vier Lebensstunden. Foto: Dr. Luise Prokop

Die Natur sieht für eine optimale Entwicklung neugeborener Kälber eine ausreichende Aufnahme von Muttermilch vor. Neben der Qualität von Kolostral- und Vollmilch ist die verabreichte Tränkemenge von entscheidender Bedeutung. Nur bei einer ausreichenden Aufnahme von Energie und Nährstoffen über die Tränke, kann das junge Kalb bei guter Gesundheit sein Wachstumspotenzial voll entfalten. Doch Wachstum ist nicht gleich Wachstum und unterscheidet sich im Laufe der Entwicklung. Im folgenden Artikel soll erklärt werden, warum das Wachstum in den ersten Lebenswochen besonders wichtig ist und was beachtet werden sollte, damit die Färse nach 24 Monaten gesund und leistungsfähig in Milch geht.

In der Praxis setzen sich höhere Tränkemengen für die Kälber zunehmend gegenüber der konventionellen, restriktiven Tränke durch. Haben Kälber 24 h täglich Milch zur Verfügung, spricht man von einer ad libitum Tränke. Durch die permanente Verfügbarkeit leiden die Kälber nie unter "Heißhunger" und nehmen in den ersten drei Lebenswochen im Durchschnitt sechs- bis achtmal täglich kleine Portionen Milch (im Durchschnitt 1,5 l) auf. Der Verdauungstrakt ist genau auf diese von der Natur aus vorgesehene Aufnahme von mehreren, kleinen Portionen Milch ausgelegt. Die aufgenommene Milch gelangt beim Saugen durch den Schlundrinnenreflex direkt in den Labmagen, wo sie anschließend durch Salzsäure und Enzyme gerinnt und anschließend verdaut wird.

Was passiert im Labmagen?

Früher hat man angenommen, dass der Labmagen ein Volumen von nur zirka 2 l Milch aufnehmen konnte und Flüssigkeitsmengen darüber hinaus in den Pansen laufen und zu Verdauungsproblemen führen. Dies konnte in wissenschaftlichen Studien widerlegt werden. Dort wurden bis zu 6,8 l Milch pro Mahlzeit von Kälbern aufgenommen, ohne dass Milch in den Pansen gelangt und zu Beschwerden geführt hat. Die Vormägen sind beim jungen Kalb noch sehr klein, sodass Kälber streng genommen noch Nichtwiederkäuer sind. Der Verdauungstrakt muss sich erst entwickeln, um pflanzliches Futter optimal verdauen zu können. Dies geschieht in den ersten Lebensmonaten. Damit ist die Milchtränke in den ersten Lebenswochen von essenzieller Bedeutung.

Den kompletten Beitrag finden Sie in der Bauernblattausgabe 1/2021 unter der Rubrik "Tier" und im digitalen Bauernblatt.

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