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In den transparenten, doppelwandigen Silikonschläuchen des Photobioreaktors erfolgt die Kultivierung der Mikroalgen. Foto: Carmen Rudolph

Ein Agrarbetrieb in Sachsen testet in der Schweinemast die Zufütterung von frischen Algen, die er mit einem neuartigen Verfahren selbst produziert. Erste Ergebnisse des Projektes AlgaPork zeigen positive Effekte beim Zuwachs und Sozialverhalten der Tiere.

Neben der Schweinemastanlage der Agraset-Agrargenossenschaft eG Naundorf im mittelsächsischen Erlau stehen seit einiger Zeit künstliche "Tannenbäume". Das hat jedoch nichts mit Weihnachten zu tun. Vielmehr handelt es sich um zwei auch als Tannenbaum-Lichtkollektor-Module (TLM) bezeichnete Photobioreaktoren zur Kultivierung von Mikroalgen. Dass die etwa 2 m hohen Kegelstümpfe tatsächlich einer Tanne ähneln, ist kein Zufall. Das Design ist der Natur entlehnt und gewährleistet, dass die grünen Algen in den transparenten Schläuchen, die das Gestell umlaufen, auf jeder Ebene optimal mit Licht versorgt werden.

Technologie bietet Option für Futterproduktion

Ingenieure der in Dresden ansässigen Gicon-Gruppe entwickelten den Photoreaktor in Kooperation mit Forschungseinrichtungen und Industriepartnern. "Wichtigster Bestandteil des Reaktors ist der doppelwandige Silikonschlauch. Die dadurch mögliche Temperierung sorgt für ein gleichmäßiges Wachstum der Algen", erläutert Dr. Martin Ecke von Gicon. Ansonsten sei das geschlossene System robust und in der Handhabung bewusst einfach ausgelegt. Jeweils zwei Photobioreaktoren nutzen gemeinsam eine Steuerungs- und Pumpeneinheit. Über sie erfolgen das Animpfen des Mediums, das die gesamte Schlauchspirale in 3 bis 4 min durchströmt, sowie die Zugabe von Nährsalzen und die Ausgasung des Sauerstoffs, der bei der Photosynthese der Algen entsteht.

Über die Dosierung des im Austausch eingeleiteten CO2 lässt sich zugleich der pH-Wert einstellen, da dieser mit dem Anwachsen der Algenmasse steigt. "Untersuchungen belegen, dass Algen als Futterzusatz in der Nutztierhaltung ähnliche positive Wirkung entfalten wie probiotische Zusätze in Lebensmitteln", so Ecke. Gicon selbst beteilige sich an Forschungen auf diesem Gebiet. Dabei zeige sich, dass bereits Algenzugaben im einstelligen Pro­zentbereich im Verhältnis zur normalen Futtermenge zu erstaunlichen Wirkungen im Leistungs-, Gesundheits- und Sozialverhalten der Tiere führten.

 

Den vollständigen Beitrag lesen Sie in der Bauernblattausgabe 2/2022 unter der Rubrik "Tier" und im digitalen Bauernblatt.

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