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Der große Vorteil der Jungviehaufzucht im eigenen Betrieb ist die Sicherstellung der optimalen Aufzuchtbedingungen. Die Gesundheit der Tiere selber in der Hand zu haben, ist ein wichtiger Punkt bei der Entscheidungsfindung zur richtigen Betriebsstrategie bei der Jungviehaufzucht. Foto: Imke Junge

Die Jungviehaufzucht dient der Bestandsergänzung des Milchviehbetriebs und gehört nach den Futterkosten und den Kosten der Arbeitserledigung zu den wichtigsten Aufwandspositionen im Betriebszweig Milch. Ein Großteil der Milch erzeugenden Betriebe führt die Jungviehaufzucht auf dem eigenen Betrieb durch. Allerdings zeigen die Entwicklungen, dass die Auslagerung der Jungviehaufzucht für viele Betriebe zunehmend interessanter wird.

Diese Entwicklung wird vor allem von der in einigen Regionen bereits sehr angespannten Lage auf dem Pachtmarkt für Futterflächen hervorgerufen. Der Anteil der notwendigen Bestandsergänzung und die Höhe der Färsenaufzuchtkosten wirken sich entscheidend auf die Produktionskosten in der Milcherzeugung aus. Die Ausgestaltung der Jungviehaufzucht ist somit eine wesentliche Einflussgröße, die mit entsprechendem Management optimiert werden kann.

Unter den aktuellen Marktpreisen und Produktionskosten erscheint es für viele Betriebe rein rechnerisch günstiger, Färsen zuzukaufen als diese selbst großzuziehen. Die Entscheidung für oder gegen die Jungviehaufzucht muss aber betriebsindividuell gut abgewogen werden, da beide Varianten Vor- und Nachteile mit sich bringen.

Bleibt das Jungvieh im eigenen Stall, ist der Einfluss auf die Qualität am höchsten. So liegt es in der eigenen Hand, Erkrankungen vorzubeugen. Tieren, die im Kälberalter an Lungenentzündung oder Durchfall erkranken, kann es als adultes Tier nicht mehr angesehen werden. Es ist jedoch wissenschaftlich nachgewiesen, dass vor allem Lungenerkrankungen, auch schon im geringen Maße, die spätere Leistungsfähigkeit der betroffenen Tiere maßgeblich beeinflussen. Die eigene Nachzucht fügt sich auch aufgrund ihrer Abwehr gegen bestandsspezifische Erreger gut in die Herde ein.

Mit einer gezielten Selektion und Anpaarung kann die Genetik der Herde gezielt entwickelt werden. Neben der gezielten Entwicklung der Herdenleistung können bereits auf dem Betrieb vorhandene Produktionsfaktoren optimal genutzt werden. Hierzu zählt zum einen die Nutzung von Altgebäuden, deren Umnutzung sonst mit erhöhtem Kostenaufwand verbunden ist, zum anderen aber auch die optimale Verwertung des Grundfutters aus dem dritten und vierten Schnitt.

Den kompletten Beitrag finden Sie in der Bauernblattausgabe 36/2020 unter der Rubrik "Tier" und im digitalen Bauernblatt.

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