Zur Navigation springen Zum Inhalt springen

Durch einen hohen Hygienestatus mit kurzen Entmistungsintervallen von maximal 14 Tagen können endoparasitär bedingte Durchfälle am sichersten verhindert werden. Foto: Dr. Hans-Jürgen Kunz

Treten Kälberdurchfälle in Gruppenbuchten auf und wird eine Kotprobe eingeschickt, um den Erreger bestimmen zu lassen, werden nicht selten Kokzidien gefunden, zu denen verschiedene Eimerienarten gehören. Nicht alle dieser Eimerienarten, die bei Rindern nachgewiesen werden können, lösen auch Durchfälle aus. Zu starken bis hin zu wässrigen und blutigen Durchfällen kann es kommen, wenn Eimeria bovis oder auch Eimeria zuernii am Durchfallgeschehen beteiligt sind. Eimerien gehören ebenso wie die Kryptosporidien zu den einzelligen Endoparasiten. Es gibt jedoch wesentliche Unterscheidungsmerkmale zwischen beiden Durchfallerregern, die sehr wichtig bei der Bekämpfung und eventuell der Behandlung solcher Kälberdurchfälle sind. Aus diesem Grund sollte auf jeden Fall ein Erregernachweis durchgeführt werden.

Bei Kälbern beziehungsweise Jungrindern sind drei Eimerienarten bekannt, die für besonders starke Durchfälle verantwortlich sein können. Es sind die bereits genannten Arten Eimeria bovis und Eimeria zuernii, die in Ställen auftreten und deren Oozysten in feuchter und warmer Umgebung besonders lange überlebensfähig sind, sowie Eimeria alabamensis, ein Endoparasit, der hauptsächlich auf der Weide übertragen wird und dort auch überwintert.

Die Vermehrung der Eimerien findet in der Darmschleimhaut statt, nachdem die Kälber sporulierte Oozysten aufgenommen haben. Bei einer feuchtwarmen Umgebung im Stall dauert die Sporulation etwa zwei bis drei Tage. Im Darm der Kälber werden aus den Oozysten Sporozoiten freigesetzt, die sich anschließend in der Darmwand einnisten. Dort beginnen sie nach einer sechs bis sieben Tage dauernden Reifung mit der ersten Teilung. Die Reifung dieses zweiten Stadiums zu reifen Meronten benötigt etwa eine Zeitspanne von 14 bis 18 Tagen. Anschließend vollziehen sich dann in kurzer Zeit im Blind- und im Dickdarm eine weitere ungeschlechtliche Teilung sowie eine abschließende Teilung, bei der männliche und weibliche Zellen entstehen, die sich am Ende wiederum zu einer neuen Oozyste vereinigen und über den Kot ausgeschieden werden.

Wichtig ist es, Durchfälle, die durch Eimerien entstanden sind, von denen, die durch Kryptosporidien verursacht werden, zu unterscheiden. Zunächst scheint das sehr einfach zu sein. Die Zeitspanne von der Oozystenaufnahme bis zum Krankheitsausbruch, den ersten Durchfällen, ist bei Kryptosporidieninfektionen deutlich kürzer als bei Eimeriosen (Kokzidiosen). Kryptosporidiendurchfälle treten in der Regel am Ende der ersten bis zur dritten Lebenswoche auf, manchmal auch darüber hinaus. Das heißt, von der Infektion bis zum Ausbruch der Krankheit können eventuell nur drei bis fünf Tage vergehen. Bei einer Eimeriose ist diese Zeitspanne deutlich länger. Das ist auch der Grund dafür, dass diese Durchfälle frühestens nach der dritten Lebenswoche auftreten.

Den kompletten Beitrag finden Sie in der Bauernblattausgabe 30/2020 unter der Rubrik "Pflanze" und im digitalen Bauernblatt.

nach oben