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Aussaat in der Direktsaatvariante im zweiten Versuchsjahr 2016 mit der Direktsaattechnik der Firma Horsch Maschinen Foto: Dr. Inger Julia Struck

Im aktuellen Diskurs in Politik und Gesellschaft werden landwirtschaftliche Anbausysteme und Fruchtfolgen verstärkt nach Umwelt- und Klimaschutzkriterien beurteilt. In diesem Zusammenhang steht der Maisanbau mit Hinblick auf den Grundwasser- und Klimaschutz oft in der Kritik. Ein Feldexperiment der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel (CAU) hat das Potenzial des Maisanbaus im Kontext des Fruchtfolge- und Bodenmanagements untersucht.

Im Fokus stand hierbei das alternative Direktsaatverfahren im Vergleich zur konventionellen Pflugsaat. Effekte auf die Treibhausgasemissionen und den Bodenhumus wurden untersucht.

Bedeutung von Bodenkohlenstoffvorräten

Um die negativen Effekte durch den Klimawandel abzumildern, geht es global darum, Treibhausgasemissionen weiter zu reduzieren. In der Landwirtschaft ist es ein wichtiges Ziel, die Bodenkohlenstoffvorräte standortspezifisch im Boden zu steigern oder zu erhalten, um so der Atmosphäre CO2 zu entziehen. Generell beeinflusst die Menge der auf dem Feld verbleibenden Wurzel- und Erntereste nach der Ernte der Hauptfrucht die Humusbildung in Böden positiv. Ein großer Teil dieses pflanzlichen Kohlenstoffs wird mittelfristig physikalisch in Bodenaggregaten stabilisiert und zeigt dadurch eine längere Verweilzeit im Boden. Eine intensive Bodenbearbeitung kann diese Stabilisierung negativ beeinflussen und führt zu einem stärkeren Humusumsatz als unter konservierenden Bodenbedingungen.

Beispielhaft für diesen Zusammenhang ist die Einbindung von mehrjährigem Acker- oder Kleegras in Ackerfruchtfolgen, sogenannten "Leys", welche jährliche Kohlenstoffbindungen in Böden von mehr als 3 t CO2/ha leisten können, da zum einen die Futtergräser selbst eine große Menge an Wurzeln im Vergleich zur Sprossmasse bilden und zum anderen eine Bodenbearbeitung während der Ackergrasjahre ausbleibt.

Könnte dieser Kohlenstoff auch für darauffolgende vermeintlich humuszehrende Kulturen bei gleichzeitig hohen Biomasse- und Energieerträgen für die Tierhaltung im Sinne einer optimierten Fruchtfolgegestaltung konserviert werden, würde zum einen ein effektiver Beitrag zum Klimaschutz geleistet und zum anderen die Wertschöpfung solcher Systeme gesteigert werden. Mögliche Lösungsansätze beinhalten reduzierte Bodenbearbeitungsverfahren, wie die Direktsaat, sowie den Ley-Rotationsanbau von Grünland und Mais, um positive Koppeleffekte von Ackerfutterbaufruchtfolgen wie Nährstofftransfer und Humusaufbau mit reduzierten Umwelteffekten wie verringerten Treibhausgasemissionen aus landwirtschaftlich genutzten Böden zu kombinieren.

 

Den vollständigen Beitrag lesen Sie in der Bauernblattausgabe 18/2021 unter der Rubrik "Pflanze" und im digitalen Bauernblatt.

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