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Links die bereits gedroschene Hanfsorte 'Finola', rechts die Sorte 'USO 31' kurz vor dem Drusch. Foto: Dr. Christian Kleimeier

Hochwertiges Speiseöl und Humusaufbau – ist der Hanfanbau für die Ölgewinnung eine interessante Alternative für Marktfruchtbetriebe?

Gut Hohenhain Anfang September: Am Rand eines kleinen Feldes, das nur über den Hof zu erreichen ist, dröhnt ein Mähdrescher. Gutsbesitzer Burkhard von Langendorff steht auf einem Anhänger und beobachtet das Abbunkern nach dem ersten Druschtest skeptisch. Die Ernte läuft nicht sauber aus dem Tank. Langendorff stellt knapp fest: "Die vom Hersteller empfohlenen Einstellungen für Hanf stimmen nicht. Mehr Wind und das Obersieb muss enger ..."

Hanf, die wohl älteste Kulturpflanze der Menschheit, lebt als Ölfrucht gerade neu auf. Seit 1996 ist der Anbau für die Öl- und Fasernutzung nach einer Überarbeitung des Betäubungsmittelgesetzes (BtMG) für Landwirte wieder möglich. Im Anhang 1 des BtMG ist geregelt, dass der Handel mit Hanfsamen und der Anbau zu gewerblichen und wissenschaftlichen Zwecken von den Bestimmungen des Betäubungsmittelverkehrs ausgenommen sind. Vorausgesetzt, es wird eine Sorte aus dem gemeinschaftlichen EU-Sortenkatalog angebaut. Diese enthalten weniger als 0,2 % des psychisch aktiven Wirkstoffs Tetrahydrocannabinol (THC). Für die Überwachung des Anbaus ist die Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung (BLE Bonn) zuständig.

Dort werden die angebauten Flächen und die Sorten angezeigt. Wenn sichergestellt werden kann, dass der "Missbrauch zu Rauschzwecken" ausgeschlossen ist, darf geerntet werden. Dazu werden nach Blühbeginn des Hanfes Proben gezogen und untersucht. Verkauft werden darf die Ernte nur an Verarbeiter, da unverarbeitete, auch THC-freie Cannabis-Produkte wie getrocknete Blüten weiterhin unter das BtMG fallen und nicht an den Endverbraucher abgegeben werden dürfen. Die Verarbeiter müssen sicherstellen, dass mit dem Verzehr oder bei der Anwendung von Hanfprodukten die THC-Aufnahme nicht über 17µg/kg Körpergewicht pro Tag liegt. Bei der Produktion von Hanfnüssen zum Verkauf an eine Ölmühle ist jedoch nicht mit Komplikationen zu rechnen.

Den kompletten Beitrag finden Sie in der Bauernblattausgabe 48/2020 unter der Rubrik "Pflanze" und im digitalen Bauernblatt.

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