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Kälber können im Winter schnell unter Kältestress leiden. Foto: Dr. Luise Prokop

Es ist Winter – die Temperaturen sinken und vielerorts hat es bereits Nachtfröste und den ersten Schnee gegeben. Während Kühe mit den niedrigen Temperaturen sehr gut zurechtkommen, bereiten sie den Kälbern vermehrt Probleme. Im Winter erkranken Kälber deutlich häufiger als in den warmen Sommermonaten. Bei einer unzureichenden Versorgung im Winter liegt die Erkrankungsrate um das 2,5-Fache höher im Vergleich zum Sommer. Auch die Kälberverluste sind im Winter um ein Vielfaches höher (Godden, 2005). Damit Kälber bei guter Gesundheit und hohen Tageszunahmen durch den Winter kommen, müssen einige Faktoren bezüglich Haltung, Fütterung und Management bedacht werden. Die einzelnen Punkte werden im Folgenden dargestellt.

Kälber können neben Hitzestress genauso unter Kältestress leiden. Die thermoneutrale Zone beschreibt den Temperaturbereich, in dem das Kalb keine zusätzliche Energie benötigt, um seine physiologische Körpertemperatur aufrechtzuerhalten. Für Tränkekälber in den ersten Lebenswochen wird bei einer Luftfeuchtigkeit von 50 % bis 60 % der Bereich von 15 °C bis 25 °C angegeben. Die thermoneutrale Zone von älteren Kälbern liegt mit 5 °C bis 15 °C deutlich niedriger. Wann der Kältestress für Kälber tatsächlich beginnt, hängt stark von dem Zusammenspiel aus Lufttemperatur, -geschwindigkeit und -feuchtigkeit ab. Weitere Faktoren wie der Gesundheitszustand, das Haarkleid oder die Unterbringung des Kalbes können sich ebenfalls auf die thermoneutrale Zone auswirken. Bei Temperaturen unterhalb der thermoneutralen Zone müssen Kälber zusätzliche Energie für die Wärmeproduktion aufwenden, um die eigene Körpertemperatur aufrechtzuerhalten. Der erhöhte Energiebedarf muss in der Futter- und Wasserversorgung berücksichtigt werden, damit diese Energie dem Kalb nicht an anderer Stelle fehlt (Immunsystem, Wachstum).

Tränkemengen erhöhen

Im Sommer sollten Kälber für eine gute Entwicklung mindestens 8 l aufgewertete Vollmilch beziehungsweise Milchaustauschertränke erhalten. Bei sinkenden Umgebungstemperaturen steigt der Erhaltungsbedarf von Kälbern und der Tränkeplan sollte daran angepasst werden. Als Faustformel gilt: je 1 K unterhalb von 25 °C benötigten Kälber in den ersten Lebenswochen einen Zuschlag zum Erhaltungsbedarf von 1 %. Für ein 50 kg schweres Kalb mit einem Erhaltungsbedarf von 10 MJ ME pro Tag bedeutet dies bei einer Temperatur von 0 °C einen Zuschlag von 25 % beziehungsweise 2,5 MJ ME, um die Körpertemperatur aufrechtzuerhalten. 1 kg Milch beinhaltet durchschnittlich 2,43 MJ ME. Folglich muss das Kalb bei 0 °C zusätzlich mindestens 1 kg Milch bekommen. Wird statt Vollmilch Milchaustauscher (MAT) vertränkt, entsprechen 2,5 MJ ME in etwa 160 g MAT (unterstellt wurde ein Energiegehalt des MAT von 15,3 MJ ME). Bei einer Tränkekonzentration von 160 g MAT/l Wasser (dies entspricht dem Trockenmassegehalt von Vollmilch) muss das Kalb auch von der Milchaustauschertränke 1,16 l pro Tag mehr bekommen.

 

Den vollständigen Beitrag lesen Sie in der Bauernblattausgabe 51/52/2021 unter der Rubrik "Tier" und im digitalen Bauernblatt.

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