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Die volle Anrechnung des verfügbaren Stickstoffanteils aus organischen Düngern in der Frühjahrsbedarfsermittlung, welche im Herbst zu Winterraps und Wintergerste ausgebracht werden, fordert eine nährstoffeffiziente Herbstausbringung. Foto: Henning Schuch

Auch mit der novellierten Düngeverordnung ist es dem Bundesgesetzgeber in einigen Punkten wieder nicht gelungen, das Düngerecht eindeutig und allgemein nachvollziehbar zu formulieren. Durch weitestgehend fehlende Übergangsvorschriften sowie die noch ausstehende Ausweisung der neuen N- und P-Gebietskulissen steht die landwirtschaftliche Praxis vor einem erheblichen Erfüllungsaufwand. Zur Aussaat der Winterkulturen und damit auch für die Düngung der Ackerfrüchte im Herbst gilt es daher, die Vorgaben der Düngeverordnung (2020) beziehungsweise in den derzeitigen Gebietskulissen zusätzlich die Vorgaben der aktuell rechtsverbindlichen Landesdüngeverordnung (2018) zu beachten.

Die Regeln für die Herbstdüngung 2020 orientieren sich in Schleswig-Holstein im Wesentlichen an denen des Vorjahres. Alle Düngemittel mit einem wesentlichen Gehalt an N (mehr als 1,5 % N in der TS), dazu zählen unter anderem Gülle, Gärrückstände und die meisten Klärschlämme sowie mineralische N-Dünger, dürfen laut Düngeverordnung (DüV) in der Regel auf Ackerland nach der Ernte der letzten Hauptfrucht bis zum Ablauf des 31. Januar des Folgejahres nicht aufgebracht werden. Abweichend davon dürfen nur nach Ermittlung eines Düngebedarfes bis zum 1. Oktober zu Winterraps, Feldfutter, Zwischenfrüchten und Wintergerste nach einer Getreidevorfrucht Düngemittel mit einem wesentlichen Gehalt an N bis in Höhe des ermittelten N-Düngebedarfs, jedoch nicht mehr als 60 kg Gesamt-N/ha beziehungsweise 30 kg NH4-N/ha ausgebracht werden.

Die Düngung darf nur erfolgen, sofern die Aussaat von Winterraps, Feldfutter und Zwischenfrüchten bis zum 15. September und von Wintergerste bis zum 1. Oktober 2020 abgeschlossen sein wird. Die Standzeit von gedüngten Zwischenfrüchten muss mindestens sechs Wochen betragen. Zwischenfrüchte mit einem wesentlichen Leguminosenanteil von mehr als 50 % (Gewichtsanteil der Leguminosen am Saatgut laut Sackanhänger) haben keinen Düngebedarf im Herbst.

Eine N-Düngung zu Winterweizen, Winterroggen sowie Wintertriticale mit Düngemitteln, die einen wesentlichen Gehalt an N aufweisen, ist weiterhin im Herbst nicht erlaubt. Nach den Vorfrüchten Mais (auch bei Winterbegrünung), Kohl, Körnerleguminosen, Leguminosengemengen beziehungsweise bei Kleegras mit einem Leguminosenanteil von mehr als 50 % und Dauergrünland besteht kein N-Düngebedarf. Aufgrund der zu erwartenden N-Nachlieferung nach Raps und Zuckerrüben besteht für die Nachfrucht in der Regel auch hier kein N-Düngebedarf.

Den kompletten Beitrag finden Sie in der Bauernblattausgabe 29/2020 unter der Rubrik "Pflanze" und im digitalen Bauernblatt.

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