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Die mineralische Ergänzungsdüngung von Hauptnährstoffen (N, P, K, S, Mg) zur Deckung des Pflanzenbedarfes sollte abgestimmt auf die Nährstoffzusammensetzung und Menge der ausgebrachten Gülle erfolgen. Foto: Henning Schuch

Die Zahl der Milchviehbetriebe in Deutschland sowie die Anzahl der gehaltenen Milchkühe haben in den vergangenen 30 Jahren stark abgenommen, während zeitgleich die Rohmilchproduktion angestiegen ist (BMEL, 2019). Diese Entwicklung ist begründet in steigenden Herdengrößen, einer starken Technisierung der Milchproduktionssysteme und enormen Effizienzsteigerungen, vorrangig mit dem Fokus auf hohen Milchleistungen pro Einzeltier (Tergast et al., 2019). An welchen Stellschrauben kann aktuell gedreht werden, um die Wirtschaftlichkeit der grünlandbasierten Milchproduktion unter den geltenden gesetzlichen Auflagen aufrechtzuerhalten und dem zunehmenden Verbraucherwunsch nach einer nachhaltigen und tierwohlkonformen Milchproduktion gerecht zu werden?

Mit der Novellierung der Düngeverordnung und den bundesweit geregelten Maßnahmen für die Roten Gebietskulissen, mit denen die pauschale Reduzierung des Stickstoff(N)-Düngebedarfes um 20 % sowie die flächenscharfe Einhaltung der 170-kg-N-Obergrenze einhergehen, stehen die Milchviehbetriebe vor neuen Herausforderungen. Durch die begrenzte N-Zufuhr muss der Fokus zukünftig stärker auf altbekannte, aber häufig immer noch vernachlässigte pflanzenbauliche Maßnahmen gelegt werden, um eine nachhaltige Ausschöpfung des Ertragspotenzials eines Standortes zu gewährleisten. Dies gilt sowohl für schnittgenutztes Grünland als auch für über Weide genutztes Grünland.

Unterschätzt und vernachlässigt werden oftmals die Einstellung des optimalen Boden-pH-Wertes durch regelmäßiges Kalken sowie eine an den Bedarf angepasste Grundnährstoffversorgung der Grünlandbestände. Untersuchungen in einem praktischen Dauergrünlandbestand zeigen, wie hoch der Ertragseffekt einer bedarfsgerechten Frühjahrsdüngung von 300 kg K2O/ha, 53 kg P2O5/ha und 30 kg S/ha sein kann.

Diese einmalige Düngungsmaßnahme führte im Vergleich zu einer unterlassenen Grundnährstoffdüngung im gleichen Pflanzenbestand unter limitierter N-Düngung zu einem signifikanten Jahresertragszuwachs von bis zu 40 % (Ergebnisse eines Demoversuchs im Rahmen des Projektes "EIP smart grazing"). Welcher Nährstoff in diesem Fall den Ausschlag gegeben hat, kann nicht zweifelsfrei festgestellt werden, jedoch belegen die Ertragseffekte die große Bedeutung einer ausgewogenen Grundnährstoffversorgung für die Ertragsleistung des Hochleistungsgrünlands und die Ausschöpfung des vollen Ertragspotenzials eines Gunststandortes.

Den kompletten Beitrag finden Sie in der Bauernblattausgabe 52/53/2020 unter der Rubrik "Pflanze" und im digitalen Bauernblatt.

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