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Je trockener das Gras ist, desto anfälliger ist es für mechanische Beanspruchung, feineres protein- und energiereiches Blattmaterial geht verloren. Um Bröckelverluste zu minimieren, ist eine Reduzierung der Geschwindigkeit beim Schwaden beziehungsweise der Tourenzahl beim Kreiseln erforderlich. Alternativ kann ein Bandschwader genutzt werden. Foto: Dr. Susanne Ohl

Grünlandbestände werden für die Pferdefütterung zu Beginn bis Mitte der Blüte bei einem Rohfasergehalt von etwa 25 bis 30 % geerntet. Da Pferde sehr hohe Ansprüche an das Grundfutter, insbesondere an dessen hygienische Qualität haben, ist die Entscheidung, Heu zu produzieren oder bei vermindertem Witterungsrisiko Silage beziehungsweise Heulage zu erzeugen, individuell zu treffen.

Silage, Heulage und Heu für Pferde werden meist im Ballenverfahren hergestellt, da diese kleineren Fütterungseinheiten eine gute Anpassung an den täglichen Futterbedarf ermöglichen. Der Anwelkgrad des Futters zur Ernte bestimmt dabei die Konservierungsmethode. Bei Trockenmasse (TM)-Gehalten von 45 bis 55 % findet noch eine echte Silierung auf Basis der Milchsäuregärung statt. Verglichen mit Silagen für die Rinderfütterung ist die Säurebildung jedoch deutlich geringer und der Geruch weniger intensiv. Bei stärker angewelktem Gras verringert sich die Gärintensität deutlich, da nur noch wenige Milchsäurebakterien aktiv sind, oberhalb von 60 % TM ist nahezu keine Gärung mehr möglich.

Heulage ist im TM-Bereich von 55 bis 75 % anzusiedeln, zwischen 75 und 85 % handelt es sich um Feuchtheu. Während bei Heulagen im unteren TM-Bereich noch Gäraktivität stattfindet, beruht die Konservierung im höheren TM-Bereich auf der Anreicherung von Kohlendioxid im Ballen, welcher durch die Restatmung entsteht. Die vollständig luftdichte Lagerung ist Voraussetzung für das Unterbinden von aeroben Umsetzungen und Verderbprozessen. Deshalb sind die Anforderungen an den Luftabschluss für diese Art der Konservierung besonders hoch.

Heu ist erst ab einem TM-Gehalt von 86 % lagerstabil, die Konservierung beruht vollständig auf Wasserentzug durch Trocknung. Für die reine Bodentrocknung ist eine längere Schönwetterperiode erforderlich, das Witterungsrisiko ist meist sehr hoch. Aufgrund der verlängerten Feldliegezeit steigt die Anzahl der erforderlichen Arbeitsgänge. Zetten, Wenden und Schwaden sind mit einer mechanischen Beanspruchung des Ernteguts verbunden. Je trockener das Gras ist, desto anfälliger ist es, feineres protein- und energiereiches Blattmaterial geht verloren. Um Bröckelverluste zu minimieren, ist eine Reduzierung der Geschwindigkeit beim Schwaden und der Tourenzahl beim Kreiseln erforderlich.

 

Den vollständigen Beitrag lesen Sie in der Bauernblattausgabe 20/2021 unter der Rubrik "Pflanze" und im digitalen Bauernblatt.

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