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Gerade zu Beginn der Vegetation ist das Getreide, je nach Saattermin, unterschiedlich weit entwickelt, wie hier am Beispiel des Winterweizens am Versuchsstandort Loit zu Saatterminen Mitte September und Ende September, aufgenommen Ende Februar 2019, ersichtlich. Foto: Asmus Klindt

Im Herbst 2019 lagen sehr differenzierte Bedingungen zur Aussaat des Wintergetreides vor. Hierfür war der deutliche Witterungsumschwung in der letzten Septemberwoche verantwortlich. Ab diesem Zeitpunkt lag bis zum Frühjahr 2020 durchgängig niederschlagsreiche Witterung vor. Saaten im Oktober und November mussten dementsprechend unter wesentlich verschlechterten Bodenbedingungen bestellt werden. Hier waren leichte oder zumindest milde Böden sehr im Vorteil. Auf schweren Standorten in der Marsch und auch im Östlichen Hügelland waren im Oktober und November teilweise keine Aussaaten mehr möglich.

Aufgrund der abermals ungewöhnlich hohen Temperaturen in den Wintermonaten ohne jegliche Kälteperioden sind alle Saaten, die nicht zu stark von Staunässe betroffen sind, gut entwickelt. Späte Saaten konnten über den Winter ihre Bestockung fortsetzen, während frühe Saaten durch kühle Temperaturen im Oktober nicht überwachsen sind. Von Staunässe stärker betroffene Bestände sind dagegen oft schwach. Hier muss oder musste bei zu hohen Pflanzenverlusten noch ein Umbruch erfolgen.

Unterschiede zwischen den Saatterminen, aber auch den Kulturen sind derzeit im Übergang zur Schossphase zu beobachten. Gerade der Winterweizen und teilweise Triticale stellen sich bei Saatterminen im September wieder als Frühstarter heraus. Hier war bei einigen Sorten bereits ab Mitte März eine Aufrechtstellung der Blätter zu beobachten. Diese werden zunächst einen deutlichen Entwicklungsvorsprung vor den späteren Saaten in der Schossphase haben. Wintergerste und Winterroggen sind in der Entwicklung zunächst wesentlich verhaltener, entwickeln sich jedoch ab Schossbeginn umso zügiger.

Die Getreidepflanzen konnten wegen des milden Winters viel Blattmasse ins Frühjahr überführen. Außerdem ermöglichten reichliche Niederschläge Neuinfektionen bestimmter Erreger. Septoria tritici ist derzeit verbreitet im Winterweizen zu finden. Auch Halmverbräunungen als Indiz für Halmbasiserreger können gerade im Winterweizen beobachtet werden. Der Echte Mehltau ist im Unterschied zum vergangenen Jahr in den Beständen deutlich weniger sichtbar. Auch Rostkrankheiten können in Winterweizen, Triticale und Winterroggen nur vereinzelt gefunden werden.

Anders sieht es in der Wintergerste aus. Hier ist der Zwergrost in sehr vielen Beständen verbreitet, insbesondere in anfälligen Sorten auch stärker anzutreffen. Die über Winter häufig sichtbaren Symptome der Netzfleckenkrankheit sind nun zu Ende des Frühjahres kaum noch sichtbar.

Der Ausgangsbefall gibt allgemein die Startbedingungen und in bestimmten Krankheiten die Geschwindigkeit der Ausbreitung vor. Häufig ist für starke Epidemien ein früher Befallsaufbau notwendig. Inwieweit dies für bestimmte Erreger zutreffen kann, hängt jedoch hauptsächlich von der Witterung in der Frühjahrsvegetation ab. Die Ausgangssituation ist daher derzeit als entspannt anzusehen.

Den kompletten Beitrag finden Sie in der Bauernblattausgabe 14/2020 unter der Rubrik "Pflanze" und im digitalen Bauernblatt.

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