Zur Navigation springen Zum Inhalt springen

Die optimalen pH-Werte im Grünland sind geringer als im Ackerland, dennoch besteht ein Kalkbedarf und muss auf Basis einer aktuellen Bodenanalyse standortgerecht abgeleitet werden. Foto: Dr. Lars Biernat

Der optimale Boden-pH-Wert ist ein wesentlicher Faktor zur Förderung der Bodenfruchtbarkeit und legt die Grundlage für eine hohe Nährstoffeffizienz. In Abhängigkeit von der vorhandenen Bodenart liegen die meisten Makro- und Mikronährstoffe in einem pH-Wertbereich zwischen pH 5,5 und pH 7 in pflanzenverfügbarer Form vor. Eine darauf ausgerichtete Kalkdüngeplanung schafft den Ausgangspunkt für einen erfolgreichen Pflanzenbau.

Aufgrund stets ablaufender Versauerungsprozesse durch Kalkauswaschungen, der Düngung mit kalkzehrenden Mineraldüngern sowie des Entzugs mit dem Erntegut empfiehlt sich eine regelmäßige Überprüfung des Boden-pH-Wertes. Die Analyse erfolgt im Rahmen der Standardbodenuntersuchung. Der Kalkbedarf, abgeleitet über den gemessenen pH-Wert des Bodens, hängt maßgeblich von der Bodenart und insbesondere vom Ton- und Humusgehalt ab. Mit steigendem Tongehalt besteht ein höherer Ziel-pH-Wert, während mit steigendem Humusgehalt niedrigere pH-Werte das Optimum abbilden. Besonders bei tonhaltigen Böden empfiehlt sich eine präzise Bodenartbestimmung. Dabei kann die über die Schlämmanalyse bestimmte Bodenart auch für Analysen in den Folgejahren übernommen werden.

Eine mangelnde Kalkversorgung kann auf mehreren Ebenen negative Effekte haben. Die Pflanzenverfügbarkeit vieler Nährstoffe ist bei geringem pH-Wert eingeschränkt, ebenso die Aktivität der Mikroorganismen. Die Nährstoffverfügbarkeit spiegelt sich in der Aktivität der Bodenorganismen wider: Sie sind etwa zwischen pH 5,5 und pH 7,5 am aktivsten. In sauren Böden können sich die meisten Bodenorganismen schwerer reproduzieren, da sie zum Aufbau ihrer körpereigenen Substanz auch Stickstoff (N) benötigen, der bei pH-Werten unter 5,5 zunehmend weniger verfügbar ist. Ein intaktes mikrobielles System ermöglicht es, die im Humus enthaltenen Nährstoffe pflanzenverfügbar zu machen. Die Lebendverbauung ist die Voraussetzung zur Bildung von Dauerhumus. Die Ausscheidungen der Mikrofauna vernetzen und verkleben kleinste Bodenteilchen und bilden Ton-Humus-Komplexe, was sich positiv auf die Zunahme und Stabilität der Bodenaggregate auswirkt. Daher sollten pH-Werte angestrebt werden, die mit einer hohen Aktivität des Bodenlebens einhergehen.

 

Den vollständigen Beitrag lesen Sie in der Bauernblattausgabe 48/2021 unter der Rubrik "Pflanze" und im digitalen Bauernblatt.

nach oben