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Gleichmäßig eingeschichtetes Getreide im Lager. Foto: RKL

Die zurückliegenden Erntejahre waren für die Landwirtschaft eine Herausforderung. Gerade zur Druschfruchternte war die Witterungslage im norddeutschen Raum teilweise extrem. 2017 gab es für die Praxis einen sehr feuchten Sommer mit all seinen Erschwernissen zur Ernte und Lagerung. Das Folgejahr hingegen war von Trockenheit geprägt und die zwei folgenden Ernten waren unterdurchschnittlich in Bezug auf die Erntefeuchte. Es zeigt sich, dass in der Urproduktion nach wie vor eine hohe Flexibilität notwendig ist. So entstehen von Jahr zu Jahr neue Herausforderungen für die Lagerhaltung.

Grundsätzlich gilt für die meisten Getreidearten ein Feuchtegehalt von 14,5 % als Handelsbasis und auch als Ziel jeglicher Konservierungsvorgänge sowie in der Lagerhaltung. Für die Kleinsämereien, wie Raps, liegt dieser bei 9 %. Diese Feuchtegehalte werden landläufig auch mit der Lagerstabilität gleichgesetzt. Allerdings liegen die natürlichen physiologischen Feuchtegrenzen tatsächlich in anderen Bereichen. Wenn man so will, gibt es drei relevante Feuchtegrenzen. Ware mit einem Feuchtegehalt von über 18 % ist biologisch hochaktiv und muss schnellstmöglich einem Konservierungsprozess zugeführt werden, sodass diese gestoppt und eine Qualitätsveränderung vermieden wird. Eine Zwischenlagerung sollte auf allerhöchstens drei Tage begrenzt werden.

Die Trocknungsanlage muss so dimensioniert sein, dass das Gut verarbeitet werden kann. Mit einem Feuchtegehalt von 16 % ist die biologische Aktivität im Korn relativ gering und dieses bei entsprechender Kühlung auch dauerhaft lagerfähig. Diese Ware ist zwar so nicht ohne Abzüge handelbar, allerdings besteht kein Bedarf, beispielsweise für Tierhalter, sie einer Trocknung zu unterziehen. Getreide mit einem Feuchtegehalt von 12 % und weniger ist biologisch so gut wie gar nicht mehr aktiv und sogar ohne Kühlung dauerhaft lagerfähig. Hier stellt sich jedoch der eine oder andere Praktiker die Frage, wie man solche Ware wieder anfeuchten kann, um die verlorene Masse wiederzuerlangen.

Das Feuchtegleichgewicht ist entscheidend

Prinzipiell folgt der Feuchtegehalt im Getreidekorn den Luftbedingungen der es umgebenden Luft. So strebt das Korn immer zu einem Gleichgewicht zwischen der Kornfeuchte und der relativen Luftfeuchtigkeit der umgebenden Luft in Abhängigkeit von Temperatur und Luftdruck. Dieser physikalische Zusammenhang wird als Feuchtegleichgewicht bezeichnet. Beispielsweise besteht ein Feuchtegleichgewicht für Weizen von 14,5 % Feuchtegehalt bei 65 % relativer Luftfeuchtigkeit und 20 °C. Der Einfluss des Luftdrucks ist so verschwindend gering, dass er keine Berücksichtigung in der Praxis findet. Wird das Getreide nun mit einer so konditionierten Luft beaufschlagt, kann eine Trocknung oder aber auch Anfeuchtung entstehen.

 

Den vollständigen Beitrag lesen Sie in der Bauernblattausgabe 21/2021 unter der Rubrik "Pflanze" und im digitalen Bauernblatt.

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