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Die Symptome des Gelbverzwergungsvirus, verzwergter Wuchs und vergilbte Blätter, sind in diesem Jahr in früh gedrillten Wintergerstenbeständen keine Seltenheit. Foto: Ludger Lüders

Mit Beginn der Blüte des Winterweizens zählen Blattläuse zu den bedeutendsten Schädlingen im Getreide in Schleswig-Holstein. Zugegeben, in den vergangenen Anbaujahren haben Blattläuse als Saugschädlinge nur eine untergeordnete Rolle gespielt. In einigen Wintergersten im Land zeigt sich in diesem Frühjahr allerdings ein sehr viel größeres Schadpotenzial, welches von Getreideblattläusen ausgeht.

Getreideblattläuse sind Überträger des Gerstengelbverzwergungsvirus (BYDV) und seit mehreren Wochen fallen nesterartige Vergilbungen und Wuchsdepressionen in einigen Wintergersten auf. In vielen Fällen sind nur Einzelpflanzen betroffen oder es treten nur vereinzelt kleine Befallsnester auf, nicht größer als "Elefantenfüße", sodass derzeit mit keinen größeren Ertragseinbußen zu rechnen ist. Die ab dem Frühjahr auffällig gewordene Symptomatik wurde durch Infektionen im Herbst verursacht. Vor allem Ende September des vergangenen Jahres wurde eine stärkere Besiedlung mit geflügelten Blattläusen in bereits aufgelaufene Wintergerste wahrgenommen.

Einen nicht zu unterschätzenden Einfluss auf das Risiko der Übertragung von Gelbverzwergungsviren hat die Nähe einer Fläche zu Ausfallgetreide, Zwischenfrüchten, Mais oder Dauergrünland. Diese dienen den Blattläusen als wichtige "grüne Brücke", auf der Blattläuse auch Getreideviren aufnehmen können. Tragen die geflügelten Blattläuse das Virus in sich und fliegen diese in das junge Wintergetreide, so lässt sich eine Übertragung kaum verhindern. Begünstigt eine milde Herbstwitterung zusätzlich eine stärkere Blattlausvermehrung, so verbreitet die Nachkommenschaft das Virus weiter im Bestand. Besonders in geschützten Lagen auf dem Schlag, zum Beispiel in der Nähe von Knicks, Waldrändern und Baumreihen, treten in diesem Jahr größere Areale auf, in denen Wintergerste mit Gelbverzwergungsviren infiziert ist.

Frost hemmt Läusevorkommen

In milden Wintern können die Blattläuse in den Wintergetreidebeständen überdauern und im Frühjahr das Virus weiterverbreiten. Bis zum Beginn des Ährenschiebens kann eine Virusübertragung ertragswirksam werden. Durch die intensive und lang anhaltende Frostperiode mit zweistelligen Minustemperaturen im Februar ist allerdings von keiner Lebendüberwinterung der Blattläuse auszugehen. Eine Überwinterung war daher nur im Eistadium auf den jeweiligen Winterwirten möglich. Dort entwickeln sich nach dem Schlupf die Stammmütter aus den im Herbst abgelegten Eiern.

Nach mehreren Generationen entstehen mit zunehmender Erwärmung geflügelte Blattlausstadien, die die Winterwirte bei warmer, windstiller Witterung verlassen und die Getreidefelder besiedeln. In diesem Frühjahr sind die Stammmütter der Getreideläuse aufgrund der Frostperiode im Februar später als sonst aus den Überwinterungseiern geschlüpft. Zudem ermöglichte die verhältnismäßig kühle Witterung im März und April keinen zügigen Populationsaufbau auf den Winterwirten. In den vergangenen Jahren erfolgte oftmals schon Anfang Mai ein erster Zuflug geflügelter Blattläuse ins Wintergetreide. Nach jetziger Einschätzung ist damit in diesem Jahr nicht zu rechnen.

 

Den vollständigen Beitrag lesen Sie in der Bauernblattausgabe 19/2021 unter der Rubrik "Pflanze" und im digitalen Bauernblatt.

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