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Der Weidegang ist die Haltungsform, die den natürlichen Bedürfnissen von Wiederkäuern am ehesten gerecht wird. Foto: Inka Rabe

Die Weidehaltung wird den natürlichen Bedürfnissen von Wiederkäuern und Pferden am ehesten gerecht. Auch aus Naturschutzsicht ist sie gegenüber heute gebräuchlichen Mahdnutzungen zu favorisieren. Ein wesentlicher Grund dafür ist der anfallende Dung, der Ausgangspunkt und Grundlage einer artenreichen Lebensgemeinschaft ist. Allerdings sind auf der Weide gehaltene Rinder, Schafe, Ziegen und Pferde verschiedenen Parasiten ausgesetzt. Ektoparasiten wie Zecken, Milben, Läuse, Haarlinge, Gnitzen, verschiedene Fliegenarten oder Endoparasiten wie die zu den Einzellern zählenden Kokzidien sowie diverse Wurmarten wie Leberegel, Lungenwürmer, Spulwürmer, Magen-Darm-Strongyliden (MDS) können den Tieren auf der Weide, aber auch im Stall zusetzen. Zu ihrer Bekämpfung steht eine Reihe von Antiparasitika zur Verfügung.

Allerdings haben regelmäßige prophylaktische Behandlungen von Weidetieren nicht kalkulierbare Risiken für unsere Ökosysteme zur Folge. Sie begünstigen zudem die Ausbildung von Resistenzen, wodurch die zugelassenen Pharmaka ihre Wirkung verlieren. Über diese Zusammenhänge soll der nachfolgende Artikel informieren.

Ein Rind ernährt 100 Kilo Insekten

Über 200 verschiedene Insektenarten, überwiegend Dungkäfer und Fliegenarten, sind in Mitteleuropa an den Abbauprozessen im Dung von Weidetieren beteiligt. Ein Rind scheidet am Tag sieben bis zehn Dungfladen aus. Das sind je nach Rinderart bis zu 40 kg pro Tag. Britischen Studien zufolge kann dabei in einem Jahr eine Insektenmasse anfallen, die einem Fünftel des Körpergewichtes eines Rindes entspricht. Bis zu 1.000 sich entwickelnde Insektenlarven wurden schon in einem Dungfladen gezählt. Naturbelassener Dung von Rindern, Schafen, Ziegen und Pferden ist nicht nur für bestimmte, darauf spezialisierte Käfer- und Fliegenarten eine essenzielle Nahrungsgrundlage, sondern verknüpft – ausgehend von Bakterien, Stoffwechselendprodukten, unverdauten Pflanzenfasern und Mineralstoffen – umfangreiche Nahrungsnetze.

Diese umfassen sowohl Arten der Mikrofauna wie Springschwänze, Milben, Rundwürmer, Arten der Makrofauna wie Regenwürmer, Insekten, Asseln, Spinnen als auch Arten der Megafauna, beispielsweise Säugetiere, Vögel, Reptilien, Amphibien. Selbst Moose und Flechten sowie eine ganze Bandbreite von Pilzen sind mit Dung der Weidegänger assoziiert. Dadurch wird deutlich, welche wichtige Rolle der Dung und die Dungbewohner in den Ökosystemen und für den Nährstoffkreislauf haben und wie biologische Vielfalt und Biomasse mit einer artgerechten Weidetierhaltung verknüpft sind.

 

Den vollständigen Beitrag lesen Sie in der Bauernblattausgabe 16/2021 unter der Rubrik "Tier" und im digitalen Bauernblatt.

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