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Raps in Winterruhe. Der Boden ist gefroren. Auch bei guter Befahrbarkeit hat die Ausbringung von Wirtschaftsdüngern zu unterbleiben. Foto: Dr. Christian Kleimeier

Das vergangene Frühjahr hat vielen Kollegen etliches an Kopfschmerzen bereitet, wenn es um das Thema Rapsdüngung ging. Der optimale Zeitpunkt für die erste Düngergabe im Frühjahr ist kurz vor dem Vegetationsbeginn, die zweite Gabe erfolgt dann in der Regel 14 Tage bis drei Wochen später, wenn der Raps schosst. Aber die Klimaveränderung zwingt zum Umdenken.

2020 verlief der Februar sehr regenreich, während des frühen Vegetationsbeginnes waren die Böden nicht befahrbar. Der März begann zwar sehr trocken, allerdings gab es um den 10. März herum noch einmal kräftig Regen, sodass das Gros der Düngegaben in die zweite Märzhälfte fiel. Danach blieb es bis Ende April weitestgehend trocken und die Böden trockneten rasch aus. Nennenswerte Niederschläge gab es danach aber erst wieder Ende April, sodass in vielen Beständen der Hauptteil des Düngers erst sehr spät im Wurzelraum ankam. Glücklicherweise war der Mai sehr kühl, und der Raps entwickelte sich langsam, sodass auch späte Düngergaben noch wirksam platziert werden konnten. Raps hat die Hungerphase um den Blühbeginn herum kompensieren können, indem die Seitentriebe noch lange nachgeblüht haben. Dadurch wurde 2020 trotz des holprigen Startes ein recht gutes Rapsjahr.

Zum Abweichen von der gewohnten Düngepraxis zwingt uns laut Alfred-Wegener-Institut die sogenannte Z-500-Anomalie, ein stabiles Höhenhoch, das im zeitigen Frühjahr dafür sorgt, dass die Regen bringenden Tiefdruckgebiete vom Atlantik in den skandinavischen Raum abgeleitet werden. Dieses Phänomen trat in den vergangenen 20 Jahren sehr häufig auf. Besonders schwer 2007, 2015, 2018, 2019 und 2020. Statistisch betrachtet ist die Niederschlagsmenge im April in den vergangenen 20 Jahren um 50 % gesunken.

Laut Alfred-Wegener-Institut besteht künftig häufiger die Gefahr, dass ein Wasserdefizit aus dem April durch die Sommerniederschläge nicht ausgeglichen werden kann, da im Sommer die Verdunstung größer ist. Somit steigt auch künftig die Wahrscheinlichkeit für Dürresommer, wie sie 2018 und 2019 sowie schwächer 2020 eingetreten sind. Über das Wetter für die nächsten drei Monate kann man nur spekulieren, aber die Wahrscheinlichkeit, dass es wieder einen nassen Spätwinter und ein trockenes Frühjahr gibt, ist hoch.

 

Den vollständigen Beitrag lesen Sie in der Bauernblattausgabe 5/2021 unter der Rubrik "Pflanze" und im digitalen Bauernblatt.

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